Hands-On | Nikon Coolpix A: Pixel-Wolf im Schafspelz

18. Juni 2013 | by Jochen Siegle

Ausprobiert | Nikon Coolpix A: Pixel-Wolf im Schafspelz

Na, wenn das mal nicht die ideale Undercover-Cam für die Reportage ist und nicht nur Journalisten-Herzen höher schlagen lässt. Diese Kamera fällt äußerlich nur durch ihren Minimalismus auf. Kein Zoom, dafür lichtstarke Festbrennweite von f2.8. Und die Bildqualität ist für eine derart kompakte Kompaktknipse geradezu atemberaubend. Die Rede ist von der neuen Coolpix A von Nikon.

„Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat“, lautet eine alte Fotografen-Binsenweisheit. Mag sein. In der Vergangenheit bedeutete das eben, dass man auch mit kleinen Knipsen (respektive der Handy-Kamera), die man stets im Jacken- oder Hosensack trägt, die nicht qualitativ besten, aber wichtigsten Bilder schießt.

Der unvergessliche Moment mit den Kids auf dem Spielplatz etwa, das sponate Wiedersehen mit alten Freunden oder das Traumauto von einst, das ganz unverhofft auf dem Supermarkt-Parkplatz vor einem glänzt.

Klar sind da Kompromisse einzugehen in Punkto Bildqualität. Aber genau das hat sich gerade geändert. Denn die Coolpix A kommt mit einem DX Chip, der bisher nur in klobigen Spiegelreflexkameras verbaut wurde. Neben dem 16-Megapixel-CMOS-Sensor hat Nikon auch einen Bildverarbeitungs-Prozessor wie in den größeren DSLRs verbaut. Dennoch liegt das Gewicht bei nur 300 Gramm (samt Akku).

Das Weitwinkel-Objektiv hat eine Festbrennweite von 18,5 mm und eine Lichstärke von 1:2,8. Die ISO-Empfindlichkeit liegt bei 100 bis 6.400 (erweiterbar auf 25.600), der drei Zoll große LCD-Monitor ist hochauflösend.

Unauffällig leistungsstark: Die Coolpix A ist perfekt auch für Inkognito-Einsätze

Auch Fotoreporter wie Philip Poupin wissen um die Vorzüge dieses kleinen Pixelwolfs im Schafspelz, die auch in schwierigen Umgebungen und weniger optimalen Lichtverhältnissen die Fotos liefern kann, die man will – so unauffällig, dass man sich im Zweifel nicht als Profi outet. „Das ist die perfekte Kamera, um auch als Fotoreporter inkognito unterwegs zu sein“, schwärmt der französische Krisen-Reporter bei einem Presse-Event, „sei es in Krisengebieten oder auch zur Street-Fotografie.“

Auch ich bin von den Vorzügen der rund 1.000 Euro teuren Kompaktknipse sehr angetan. Neben dem Smartphone dürfte sie zu meinem Standard-Begleiter avancieren.

Aber, liebe Nikonianer, ein paar Kleinigkeiten bleiben doch zu kritteln. Das „In-der-Hand-Liegen“ zum Beispiel. Der Griff ist einfach etwas zu klein geraten, das ist bei der Coolpix 7700, die ich bisher immer als „Unterwegs“-Cam dabei habe, deutlich besser.

Zudem: Die Video-Funktion ist nur mühsam im Menü zu finden – warum man diese Funktion nicht einfach am Drehrrad angebracht hat, ist mir schleierhaft.

Ausprobiert | Nikon Coolpix A: Pixel-Wolf im Schafspelz

Und: Der Strap ist ein wenig störrisch – gut, damit kann man leben. Deutlich mehr stört, dass ein Lock-Schalter für den Focus-Point-Setzer fehlt. Und noch was: Der Autofokus könnte etwas flotter reagieren, dagegen flutscht die Serienaufnahme-Funktion super schnell.

Auch die Makro-Funktion ist etwas schwach auf der Brust. Die Akku-Leistung ist dagegen ok, hält bei meinen Tests allerdings nie den ganzen Tag durch.

The bottomline: Bei aller Begeisterung über die neue Coolpix A bleibt also noch etwas Luft nach oben. Ich freue mich also auf das erste Update.

Und vielleicht tut sich ja auch noch was beim doch recht hohen Preis …?

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