[IFA] Xperia-Design: Warum die neuen Sony-Smartphones wieder den Bogen kriegen

4. September 2012 | by Silvia Kling

ifa sony xperia design workshop

Am Anfang steht das A. A wie Arc – auf Deutsch zwar B wie Bogen, aber das tut in diesem Falle nichts zur Sache. Oder gerade doch: Denn wir sprechen hier vom Xperia Arc, mit dem das Joint-Venture Sony Ericsson dem Handy den Bogen verpasste und für Schlagzeilen sorgte. Das war 2011.

Jetzt stellte Sony (inzwischen wieder ohne Ericsson) auf der IFA drei neue Smartphones vor, die gerade wieder den Bogen schlagen, genau: zum Arc. Natürlich nicht, was die inneren Werte angeht, die entwickeln sich mit dem technologischen Fortschritt ja unaufhaltsam weiter.

Foto: Sony-Design-Chef Tom Waldner

Der Bogen zum Arc liegt vielmehr im Design, ist also optischer und haptischer Natur. Nun könnte man sagen, man solle sich nicht mit Äußerlichkeiten aufhalten. Aber Funktion und Form, man weiß es, gehören zusammen. Vor allem auch bei einem Gerät, das gut in der Hand zu liegen hat und täglich x-fach zu bedienen ist.

Genau deshalb ist ja auch die Beziehung zwischen Ingenieuren und Designern spannend, ist auf dem Sony Design Roundtable auf der IFA zu erfahren. Das Verhältnis sollte ausgewogen sein, erklärt Sony-Design-Chef Tom Waldner. Auch gerade weil aus Designer-Sicht die Technologie, die in einem Smartphone steckt, nicht wichtiger sei als das Gesamterlebnis, also die „Experience“, wie Waldner sagt. So könne man ruhig darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Quad-Core-Chips in Handys zu verbauen, sagt der Sony-Mann. Was ja nicht unbedingt förderlich sei für Form und Akkuleistung.

Und so hat sich Sony nun bei seiner neuesten Xperia-Generation wieder auf sein Arc-Design mit dem nach innen gebogenen Rücken besonnen, hat es quasi aus der Schublade geholt, wie Sonys Interaction Director David De Léon erklärt. Denn da schlummerte es und sollte sich für weitere Serien bereithalten, nachdem für die in der ersten Jahreshälfte präsentierten Modelle der NXT-Serie (Xperia S, P, U) zunächst eine komplett andere – laut De Léon: heftig diskutierte – Linie verfolgt wurde, nicht zuletzt, um deutlich eine neue, smarte Ära einzuläuten.

Die Sony-Designer haben die schlanke Bogenform nun gleich allen neuen Modellen verpasst, dem Xperia T, J und dem V. Dass das ein ausgeklügelter und aufwändiger Entwicklungsprozess ist, zeigen die Verantwortlichen mit zahlreichen Entwürfen und Prototypen, die diesen Design-Schritt begleiteten. Am liebsten würde Waldner ja ein Handy entwickeln, das mit der Hand verschmilzt. Aber da sind eben die technischen Grenzen, sagt der Designer. Und die verorten diese Vorstellung nach wie vor in Science-Fiction-Sphären.

Foto: Sonys Interaction Director David De Léon

Aber mit der Rückbesinnung auf die konkave Gehäuseform will man wieder einen Schritt in diese Richtung machen, ein Handy bieten, das ergonomisch ist. Die Bogenform gibt den Usern ein Gefühl von Sicherheit, sagen die Designer. Gleichzeitig soll „digitaler Minimalismus“ dem Bedürfnis nach Bedienkomfort und einem großen Display als „Fenster in die virtuelle Welt“ gerecht werden, so Waldner, der dabei eigene Marktforschungs- und Testergebnisse zitiert. Und so ist auch das transparente Streifen-Element unter dem Display verschwunden, das die NXT-Familie charakterisiert und die Sony-Handys von der Masse der anderen Hersteller abheben sollte.

Jetzt ist es also der alte Schwung in der neuen Linie, der diese Rolle übernimmt. Und die Familienmitglieder halten sich daran: Weder Highend noch Lowend tanzen aus der Reihe, sind schlank gebogen, haben ein übersichtliches Display im aufgeräumten Gehäuse und konzentrieren sich auf Basisfunktionen.

Und da macht es auch nichts, dass damals, als sie Arc entwickelten und damit probeweise im Büro herumspazierten, De Léon mit dem im Vergleich zu Vorgänger-Handys ungewöhnlich großen Gerät am Ohr für Gelächter sorgte – und den Ausruf: Du siehst wirklich dämlich aus.

Inzwischen weiß man, was man daran hat.

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Kommentare (2)

  1. […] weniger als 10 mm an der schmalsten Stelle (und zwar genau im Mittelpunkt des im wiederentdeckten Arc-Stil geschwungenen Rückens), präzise: gerade einmal 9,2 mm, in etwa also […]

  2. […] So könnte man es sagen. Aber auf den Punkt gebracht heißt das: Mit seinem Gehäuse im klassischen „Arc“-Stil liegt das „V“ schnittig in der Hand. tweetmeme_style = 'compact'; tweetmeme_url = […]

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