[TechBusiness] Big Trouble bei Sedo: United Internet muss Millionen abschreiben

6. August 2012 | by TechFieber.de

[TechBusiness] Big Trouble bei Sedo:  United Internet muss Millionen abschreiben

Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) muss wegen der Probleme bei der Internetwerbe-Tochter Sedo eine Belastung in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe verkraften. Wie das im TecDax notierte Unternehmen am Samstag mitteilte, schrieb seine 79,45-prozentige Beteiligung 60,3 Millionen Euro auf Firmenwerte ab. Grund sei, dass zu hohe Erwartungen an das Sedo-Geschäft mit Werbung auf ungenutzten Internetseiten gelegt worden seien. In der Bilanz der Mutter United Internet schlagen sich diese Abschreibungen mit 46,3 Millionen Euro durch. Die übrigen Geschäftsbereiche entwickelten sich plangemäß, hieß es.

Weitere Angaben machte das Unternehmen nicht. United Internet will am 14. August die Zahlen für das erste Halbjahr 2012 vorlegen. Die Montabaurer expandieren derzeit stark mit dem neuen Geschäft mit Bausätzen für den Eigenbau von Internetseiten. In diesem Jahr will Unternehmenschef und Großaktionär Ralph Dommermuth hierfür zusätzliche 200.000 bis 300.000 Kundenverträge abschließen. Insgesamt peilt er bei den Kunden ein Plus von knapp elf Prozent auf rund 12,2 Millionen an. Um das Wachstum zu erreichen, sollen 86 und 124 Millionen (Vorjahr: 61) Millionen Euro investiert werden.

Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stellte Dommermuth bislang einen Wert zwischen nach 243 und 281 Millionen Euro in Aussicht. 2011 hatte der Wert bereinigt um den positiven Effekt aus einem Aktienverkauf bei 253 Millionen Euro gelegen. Die Prognose dürfte angesichts der Abschreibung auf die Sedo-Geschäfte wohl nicht mehr zu halten sein. Deutlich nach oben soll es allerdings beim Umsatz gehen. Hier liegt die Prognose bei plus 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. 2013 sollen es dann schon knapp 2,8 Milliarden Euro werden.

2013 rechnet Dommermuth, der United Internet 1988 gegründet und 42 Prozent des an der Börse mit etwas mehr als 3,2 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens hält, auch wieder mit einem deutlich höherem operativen Ergebnis. Dann sollen die Anlaufverluste in den neuen Sparten zurückgehen.

Foto: WWA MomentiMedia via FlickR/cc / kat/dts

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