[MWC] Die nächste Generation des Mobile Gaming: Sony bringt PSP-Nachfolger Playstation Vita auf den Markt

19. Februar 2012 | by TechFieber.de

Sechseinhalb Jahre nach dem Start seiner ersten Konsole bringt Sony den PSP-Nachfolger Playstation Vita auf den Markt. Der 3DS-Konkurrent überzeugt mit schöner Grafik und vielen Funktionen. Im Detail zeigen sich aber auch kleine Schönheitsfehler.

Ein Touchscreen und ein Touchpad, zwei Kameras, Neigungs- und Bewegungssensoren, WLAN und UMTS: Ein bisschen wirkt es so, als habe Sony beim Design seiner Playstation Vita jedes denkbare Feature in ein Gehäuse gestopft. Ab dem 22. Februar ist der Nachfolger der PSP (Playstation Portable) in Deutschland erhältlich.

Das Prunkstück der Vita ist das große Display mit 5 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 960 mal 544 Pixeln. Positiv fällt auf, dass die Farben darauf auch aus schrägen Blickwinkeln nicht verzerrt erscheinen. Allerdings spiegelt das Display kräftig, und die maximale Helligkeit hat gegen starken Sonnenschein kaum eine Chance.

Zum Start kostet die Vita 249 Euro, die UMTS-Version 50 Euro mehr. Käufer müssen in der Regel aber noch Geld in eine Speicherkarte investieren. Die Vita schluckt keine normalen SD-Karten, sondern ein eigenes Format. Die größte Version mit 16 Gigabyte Platz kostet 50 Euro. Das Einsetzen der Speicherkarten ist vor dem ersten Einschalten nicht ganz unproblematisch: Die Vita hat in der UMTS-Version vier unbeschriftete Klappen, hinter denen sich verschiedene Einschübe und Anschlüsse verbergen. Die Speicherkarte gehört unter das Display.

Alle Vita-Titel sollen zeitgleich sowohl online im Playstation Store als auch auf speziellen Speicherkarten im Handel erhältlich sein, die Preise liegen zwischen 40 und 50 Euro. Alte PSP-Spiele in digitaler Form kann die Vita ebenfalls abspielen. Für die Universal Media Discs (UMD) der PSP hat die Vita aber kein Laufwerk mehr.

Einmal eingeschaltet, fragt die Konsole sofort nach einem WLAN-Passwort und Zugangsdaten für das Playstation Network (PSN). Im Hauptmenü hat sich Sony vom App-Fieber der Smartphones anstecken lassen – selbst das Einstellungsmenü ist eine App. Mit der Playstation-Taste links unten können Playstation-Nutzer jederzeit ins Menü zurückspringen und Einstellungen ändern oder in den digitalen Spieleanleitungen stöbern. Der Touchscreen reagiert dabei präzise und flink wie bei besseren Smartphones.

Das Touchpad auf der Rückseite der Vita kommt vor allem im Spiel zum Einsatz. Das Schiebepad der PSP hat Sony verworfen, stattdessen hat die Vita zwei richtige Analogsticks. Allerdings sind die Sticks und Buttons relativ klein und liegen eng beieinander. Beim Spiel passiert es außerdem schnell, dass der Spieler mit den Fingern die Stereolautsprecher rechts und links neben den Analogsticks verdeckt.

Die Vita ist, genau wie ihr Vorgänger, keine reine Spielekonsole. Musik und Videos spielt sie ebenfalls ab – letztere allerdings nur im MP4-Format. Von der Playstation 3 lassen sich Videos und Filme unkompliziert per USB-Kabel auf die Vita übertragen. Die Direktverbindung zum PC ist etwas komplizierter: Nutzer müssen auf ihrem Rechner zunächst den sogenannten Content Assistant Manager installieren. Mit diesem Programm werden bestimmte Ordner freigegeben, auf die die Vita dann zugreifen kann.

Mit einem Gewicht von 260 bis 280 Gramm ist die Vita je nach Version etwas schwerer als der Nintendo 3DS, der knapp 230 Gramm auf die Waage bringt. Dafür fühlt sie sich wertig an und liegt gut in der Hand. Der Akku hält beim Spielen rund vier Stunden durch. Der Teufel liegt eher in den Details: Unachtsame Nutzer können das USB-Kabel zum Beispiel mit etwas Gewalt schnell falsch herum einstecken. Und die Kameras an Vorder- und Rückseite sind mit einer maximalen Auflösung von 640 mal 480 Pixeln kaum für anspruchsvolle Fotos geeignet.

 

Fotos: Dpa

Antwort schreiben