TechBusiness ad absurdum: Apple legt Rekordzahlen vor – Aktie knickt 6 Prozent ein

19. Oktober 2011 | by TechFieber.de

 TechBusiness ad absurdum: Apple legt Rekordzahlen vor - Aktie knickt 6 Prozent einDie Erfolgsgeschichte von Apple bekommt einen Knacks: Nur zwei Wochen nach dem Tod des legendären Firmengründers und langjährigen Chefs Steve Jobs hat der Elektronikkonzern zwar neue Rekordzahlen vorgelegt. Doch zum ersten Mal seit Jahren konnte Apple die hochgesteckten Erwartungen der Börsianer nicht erfüllen. Sie hatten sich an gigantische Zuwächse gewöhnt und wollten nun immer größere Sprünge sehen.

Nach Bekanntwerden der Zahlen für das vierte Geschäftsquartal von Juli bis September fiel der Kurs nachbörslich um mehr als 6 Prozent. „Ich traue meinen Augen nicht“, sagte die Moderatorin des US-Wirtschaftssenders Bloomberg TV am Dienstag, als die Zahlen draußen waren. „Das ist total ungewöhnlich.“

Beispiel iPhone-Handy: Von diesem wurde Apple 17,0 Millionen Stück los. Das waren zwar immer noch 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch an die hohen Verkaufszahlen des Vorquartals und die hochgesteckten Erwartungen von bis zu 22 Millionen verkauften Geräten kam Apple nicht heran. Viele Kunden hatten scheinbar auf das neue iPhone 4S gewartet, das Apple aber erst jüngst herausgebracht hatte.

Der neue Konzernchef Tim Cook gelobte daher Besserung im laufenden Vierteljahr: „Ich bin überzeugt, dass wir im Dezember-Quartal einen Rekord bei iPhone-Verkäufen aufstellen werden.“ Schon am ersten Wochenende verkaufte Apple mehr als vier Millionen neue iPhones. Zudem untermauerte Apple die Ambitionen mit einer Prognose deutlich über den bisherigen Erwartungen der Analysten: 37 Milliarden Dollar Umsatz und 9,30 Dollar Gewinn pro Aktie. Im abgelaufenen Quartal hatte Apple je Aktie 7,05 Dollar verdient, während die Experten-Schätzung bei 7,39 Dollar lag.

Im vergangenen Quartal verfehlte Apple jedoch auch bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten. Dabei stiegen die Zahlen deutlich: Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 28,3 Milliarden Dollar (20,5 Mrd Euro); der Gewinn stieg um 54 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar.

Im gesamten Jahr verdiente Apple damit knapp 26 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 108,2 Milliarden. Die Vergleichszahlen des Geschäftsjahres davor: 65 Milliarden Dollar Umsatz, 14 Milliarden Dollar Gewinn.

Cook versprach weitere Zuwächse: „Wir haben fantastische Sachen in der Pipeline“. Was es ist, verriet Cook in der Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen nicht. Geheimnisse sind Teil des Apple-Erfolgs.

Die Verkäufe des Tablet-Computers iPad stiegen im vierten Geschäftsquartal um 166 Prozent auf 11,1 Millionen Geräte. Damit setzte Apple seit dem Start im Frühjahr 2010 rund 40 Millionen iPads ab und beherrscht weiterhin das Geschäft mit dieser neuen Geräteklasse. Er glaube, dass auf Dauer der Tablet-Markt größer als der PC-Markt sein werde, betonte Cook. Und Apple werde dabei auf der Gewinnerseite sein: „Manche Menschen ziehen ein iPad einem Mac-Computer vor. Aber ich denke, dass mehr Leute ein iPad einem Windows-PC vorziehen.“

Von seinen Mac-Computern wurde Apple 4,9 Millionen Geräte los, immerhin 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einzig die Verkäufe des iPod-Musikspielers gingen weiter um 27 Prozent auf 6,6 Millionen zurück. Viele Leute hören ihre Musik inzwischen lieber über ihr Smartphone.

Kopf hinter den Erfolgsprodukten war Steve Jobs. Er starb am 5. Oktober im Alter von 56 Jahren nach einem langen Krebsleiden. Sein Tod hatte die Fans weltweit erschüttert. Der Firmengründer hatte sich nach und nach zurückgezogen. Im August gab er die Konzernführung endgültig an Cook ab.

Bohrende Fragen der Wall-Street-Analysten gab es zu dem Geldberg von Apple, der inzwischen auf über 80 Milliarden Dollar angewachsen ist. Investoren fordern angesichts des überragenden Geschäftserfolgs schon lange eine Dividende oder einen Aktienrückkauf. Doch Apple setzte die Milliarden lieber für Deals mit Zulieferern oder Zukäufe ein. Cook sagte, Apple werde mit dem Geld keine „Dummheiten“ machen. „Es brennt kein Loch in unsere Tasche. Zugleich sei es für ihn keine Glaubensfrage, ob Apple die Milliarden auf der hohen Kante hält oder nicht. Man werde das tun, was im Interesse der Firma ist.

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