[TechPraxis] Besser e-Mailen mit Google, Yahoo & Co.: Webmail mit Client-Software ergänzen

21. Juli 2011 | by TechFieber.de

[TechPraxis] Webmail mit Client-Software ergänzen

In großen Firmen-Netzwerken sind E-Mails oft in Microsoft Outlook zu Hause. Der Privatanwender greift hingegen meist zur kostenlosen Webmail. Wer damit nicht zufrieden ist, kann auf diverse kostenlose E-Mail-Clients zurückgreifen.

Webmail ist heute allgegenwärtig. Man bekommt sie – zumindest in der Basisversion – gratis von seinem Internet- Anbieter. Darüber hinaus gibt es diverse Dienste, die nicht an den aktuellen Betreiber des Online-Zugangs gebunden sind, etwa von Google oder Yahoo. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kommt von jedem Computer mit Internet-Verbindung an seine Mails. Die Nachrichten müssen nicht erst auf den eigenen Rechner heruntergeladen werden, was bei größeren Anhängen einige Zeit dauern kann. Und der Anbieter filtert bereits Spam-Nachrichten heraus, die ja bekanntlich den Großteil des weltweiten E-Mail-Verkehrs ausmachen.

In einer perfekten Welt könnte man hier schon aufhören. Doch obwohl viele Nutzer mit Webmail leben und auch zufrieden sind, sind Internet-Foren voll von Beschwerden. Geklagt wird etwa über lahme Reaktionszeiten, schlechte Suchfunktionen, unbequeme Verwaltung, zu laschen Spam-Schutz, zu strengen Spam-Schutz, Überflutung mit Werbung oder zu wenig Speicherplatz. Und im Wesen der Sache liegt, dass man stets online sein muss, um mit der Webmail vernünftig arbeiten zu können. Zudem sammeln sich über die Jahre diverse Postfächer bei verschiedenen Anbietern an, die man einzeln aufrufen muss, um die Mails zu lesen.

Fazit: Auch mit Webmail muss oft eine Client-Software her. Ein solches Programm ist dazu da, die E-Mails auf dem Computer zu speichern und zu verwalten. Der Klassiker ist Microsoft Outlook – die Software ist aber eine kostspielige Angelegenheit. Beim aktuellen Programm-Paket Office 2010 ist Outlook nicht in der günstigeren Version «Home and Student» enthalten, die es ab etwa 90 Euro zu kaufen gibt. Man muss schon zum «Home and Business»-Office greifen, das rund 260 Euro kostet.

Doch es gibt kostenlose Alternativen. So bietet der Firefox-Entwickler Mozilla den freien Client Thunderbird an. Ein Vorteil der aktuellen Version 5 ist ein neuer Assistent zum Einbinden von E-Mail-Konten. Früher musste man für jeden Account die Einstellungen für Protokolle wie POP3 oder IMAP und SMTP beim jeweiligen Anbieter kennen. Mancher Nutzer hatte damit schon seine Probleme. Bei der neuen Funktion muss man nur noch Namen, E-Mail-Adresse und Passwort eingeben. Den Rest fischt sich der Assistent aus seiner Datenbank.

Wie bei einem Web-Browser kann man im Thunderbird einzelne Mails in Tabs öffnen und nacheinander aufreihen. Die Suchfunktion wurde um einen Schnellfilter ergänzt, der schon beim Tippen die ersten Ergebnisse anzeigt, sowie um eine Zeitleiste, mit der man schneller an die richtige Nachricht kommen soll.

Zum dauerhaften Speichern gibt es ein Nachrichtenarchiv. Mit der Funktion «gruppierte Ordner» kann man sich die Posteingänge von diversen Mail-Accounts zusammenlegen, aber auch die gesendeten oder archivierten Nachrichten. Zudem gibt es für Thunderbird wie beim Firefox eine Vielzahl zusätzlicher Add-Ons für weitere Funktionen.

Der norwegische Browser-Spezialist Opera hat seinen E-Mail-Client direkt in den Webbrowser integriert. Auch wenn es dadurch wie eine Webmail-Anwendung wirkt: Die Nachrichten werden auf der Festplatte abgelegt und sind offline verfügbar; sobald es eine Internet- Verbindung gibt, synchronisiert sich Opera mit dem Mail-Server. Statt der üblichen Ordner setzt Opera Mail auf Filter-Ansichten, zum Beispiel für Nachrichten von bestimmten Personen oder mit einem vorgegebenen Wort in der Betreffzeile.

Für Mac-Nutzer gibt es mit Mac OS X Lion gleich im Betriebssystem ein erneuertes Mail-Programm, das sich optisch an der Anzeige der Nachrichten im Landscape-Modus auf dem iPad orientiert. Auch hier kann man verschiedene Accounts einbinden und sich die Mails als Konversationskette anzeigen lassen.

Protokoll IMAP4 bietet Vorteile

Beim Einrichten einer Client-Software für E-Mails kommt es auf das Protokoll an – es gibt SMTP, POP und IMAP. SMTP steht für Simple Mail Transfer Protocol und dient dazu, die Nachrichten zu übermitteln – von Server zu Server – oder aus einem Client heraus. Um Mails von einem Server abzuholen, braucht der Client meist noch zwei andere Protokolle: POP oder IMAP. POP (Post Office Protocol) ist etwas älter, die aktuelle Version POP3 kann im Prinzip auch ohne SMTP auskommen. IMAP (Internet Message Access Protocol) hat in der jüngsten Umsetzung IMAP4 einige Vorteile gegenüber POP. So kann man Nachrichten schon vor dem Herunterladen direkt auf dem Server durchsuchen, und mehrere Clients können gleichzeitig auf eine Mailbox zugreifen.

Foto: dpa

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