Social Network mit Apfel: Apple iTunes soll mit Ping Musik-Freunde verbinden

2. September 2010 | by Alex Reiger

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Es ist eine Mischung aus Facebook und Twitter und dreht sich nur um Musik: Apple-Chef Steve Jobs hat das Online-Netzwerk Ping vorgestellt, mit dem der kalifornische Elektronikgigant vom Boom der «Social Networks» profitieren möchte.

Die Ankündigung von Ping stellte am Mittwoch in San Francisco sogar die Vorstellung der komplett überarbeiteten Wohnzimmer-Box Apple TV in den Schatten, mit der Apple künftig zu einem maßgeblichen Anbieter von Online-Videos für den heimischen Fernseher aufsteigen möchte.

Über Ping können Anwender der Apple-Musiksoftware iTunes mit Freunden und Bekannten ihre Meinung austauschen. Außerdem werden Künstler wie Lady Gaga oder die Band U2 eigene Seiten auf Ping unterhalten, um mit ihren Fans zu kommunizieren oder auf Konzerte und Gigs hinzuweisen. Das Kalkül von Apple: Je intensiver die Kunden auf Ping über Musik diskutieren, desto eher werden sie in iTunes auch die debattierten Songs kaufen. Außerdem helfen Tipps aus dem persönlichen Umfeld dabei, aus dem riesigen iTunes-Angebot von zwölf Millionen Musikstücken die interessantesten Songs zu finden.

Die Idee eines Online-Netzwerks rund um das Thema Musik ist nicht neu: So hat Microsoft vor Jahren bereits versucht, über «Zune Social» Kunden für seinen Musikplayer Zune zu gewinnen. Doch die wenigen Zune-Besitzer hatten damals massive Probleme, überhaupt andere Teilnehmer des Netzwerks aufzustöbern. Apple kann dagegen auf einen gewaltigen Kundenstamm von 160 Millionen registrierten iTunes-Kunden aufbauen.

Der Internet-Unternehmer Om Malik, Chef des Technologie-Portals GigaOm, ist aber nicht nur von der Zahl von 160 Millionen iTunes-Accounts beeindruckt. Ihn fasziniert die Idee, die hinter Ping steckt: «Es gibt drei Medientypen, über die wir gerne sprechen: Filme, die wir sehen, Musik, die wir uns anhören und Bücher, die wir gerade lesen. Das ist eine akzeptierte soziale Norm. Tatsächlich bauen viele persönliche Beziehungen auf der Vorliebe für einen bestimmten Film auf. Und viele Freundschaften haben mit einer individuell zusammengestellten Musikkassette begonnen.»

Es sei daher durchaus sinnvoll, ein «Social Network» auf dem unverfänglichen Thema Musik aufzubauen, sagt Malik. Diesen Ansatz hat bislang vor allem MySpace verfolgt, das lange Zeit das weltweit größte Portal dieser Art war, zuletzt aber an Bedeutung verloren hat.

Im Vergleich zum weltgrößten Online-Netzwerk Facebook will Apple sich nicht nur durch das zentrale Thema, Musik, abgrenzen, sondern von vornherein mehr Rücksicht auf die Datenschutzbedürfnisse der Anwender nehmen. So müssen die Anwender explizit zustimmen, dass sie von anderen Ping-Teilnehmern kontaktiert werden. Außerdem können die Ping-Anwender den Einblick in ihre musikalischen Vorlieben auf einen kleinen Freundeskreis begrenzen. «Manche Menschen sind ja sehr wählerisch», sagte Jobs.

Apple war zuvor selbst ins Visier der Datenschützer geraten. Diese bemängelten, dass Apple iPhone-Besitzer zu spät über den Umgang mit Geodaten aus dem Smartphone informiert habe. Außerdem seien den Anwendern nicht genügend Möglichkeiten eingeräumt worden, die Weitergabe dieser Ortsinformationen zu unterbinden.

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Comment (1)

  1. mindgears.de says:

    Ist “Ping” das Geräusch das Apple macht, wenn es böse wird?…

    Facebook steht bei vielen im Ruf, einige strukturelle Aspekte zu besitzen, die zu Problemen mit der Privatsphäre bzw. dem Datenschutz führen können. Und das ist so freundlich und diplomatisch wie möglich ausgedrückt. Apple verf…

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