[IFA] Funkausstellung, die 50ste: Von der Röhre zum 3D-TV

2. September 2010 | by Alex Reiger

IFA 50. Funkausstellung Geschichte

Die Internationale Funkausstellung (IFA) blickt auf eine lange Geschichte mit zahlreichen Standorten in Deutschland zurück. Am 4.Dezember 1924 wurde die erste „Große Deutsche Funk-Ausstellung“ in Berlin ausgerichtet. 242 Aussteller präsentierten auf 7000 Quadratmeter Fläche Detektorgeräte und die ersten Röhren-Rundfunkempfänger. 180 000 Gäste besuchten die Schau.

Es folgten „Große Deutsche“ Funkausstellungen im jährlichen Rhythmus, auf denen vor allem der Hörfunk, ab 1928 auch Fernsehvorführungen, die Hauptrolle spielten. Berlin blieb bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Schauplatz dieser Messe. Nach Kriegsende wurde die Schau zunächst nach Westdeutschland verlegt. 1950, 1953 und 1955 gastierten die Funkausstellungen in Düsseldorf; 1957 und 1959 bildete das Messegelände in Frankfurt am Main den Schauplatz.

1961 und 1963 sahen jeweils mehrere Hunderttausend Besucher die Exponate der deutschen Industrie wieder in Berlin. Inzwischen hatte sich die Ultrakurzwelle (UKW) durchgesetzt. Es gab Transistor-Geräte (1955), tragbare Fernseher (1957) und drahtlose Fernbedienungen (1959). 1963 wurde unter dem Berliner Funkturm die Audio Compact Cassette vorgestellt. Im selben Jahr begeisterten Stereo-Hörfunk-Sendungen die Zuhörer.

Die 24. Funkausstellung wurde 1965 in Stuttgart ausgerichtet. Zwei Jahre darauf kehrte die Messe nach Berlin zurück. Am 25. August 1967 leitete der damalige Außenminister und spätere Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) mit einem Knopfdruck das Zeitalter des Farbfernsehens ein.

Noch zweimal zog die Messe um – 1969 wieder nach Stuttgart und 1970 nach Düsseldorf -, ehe sie 1971 auf Dauer nach Berlin zurückkehrte. Seither zeigen internationale Aussteller ihre Produkte auf der Funkausstellung.

Die IFA 1995 war nach Veranstalterangaben die erste „wirkliche Multimedia-Messe“. Seither entwickelt sich die Messe der Unterhaltungselektronik weiter zu einer umfassenden Leistungsschau der Konsumgüterelektronik, die auch Produkte der Telekommunikation und der Informationstechnologie umfasst. Die fortschreitende Digitalisierung der Medien und der Techniken spielte dabei eine herausragende Rolle. Sie lässt die Technologien und die Geräte der Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikationselektronik zusammenwachsen.

Mit der IFA 2005 wurde der Generationswechsel der Fernsehgeräte hin zum großen, flachen Heimkino-Bildschirm im Format 16:9 eingeleitet. Gleichzeitig stellten die Aussteller auf der IFA das hochauflösende Fernsehen (HDTV) erstmals in Europa vor. Seither beherrscht die neue Technik die Präsentationen auf allen großen Messeständen.

Seit 2006 wird die IFA jährlich ausgerichtet, zuvor wurde die Messe alle zwei Jahre durchgeführt. Seit 2008 sind auf der IFA neben Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik auch elektronische Hausgeräte wie Kühlschränke und Kaffeeautomaten zu sehen. Auf der IFA 2010 dominieren wieder HDTV-Geräte die Messehallen. Daneben sind 3D-Fernseher, die gleichzeitige Nutzung von TV und Internet an großen Flachbildschirmen sowie die Heimvernetzung wichtige Themen.

[tf/ddp/Michael Winckler]

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt IFA“ bei TechFieber

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , ,

Antwort schreiben