[TechPraxis] Mit ein paar Klicks zum Heimnetzwerk – Vor allem bei älteren Windows-Versionen lauern viele Probleme

13. August 2010 | by TechFieber.de

 windows network ntzwwerk setup Mehr als ein Computer im Haushalt – das ist heutzutage schon fast Standard. Wer seine Fotos, Musik, Filme und andere Dateien nicht ständig per USB-Stick von einem Rechner zum anderen transportieren will, kommt nicht umhin, ein kleines Heimnetzwerk einzurichten. Dabei lauern allerdings einige Fallstricke, warnt Johannes Endres von der Zeitschrift «c’t».

Bei der Einrichtung eines Heimnetzwerks unterscheidet sich Windows 7 deutlich von seinen Vorgängern – das neueste Betriebssystem von Microsoft macht es dem Nutzer wesentlich leichter. Um mehrere Rechner untereinander zu vernetzen, startet man zunächst den Assistenten für die Heimnetzgruppe und wählt dann die Bibliotheken – etwa Musik oder Bilder – aus, die auch anderen Nutzern zur Verfügung stehen sollen. Eine Vorauswahl hat Windows bereits getroffen – man kann sie getrost auch einfach bestätigen. Anschließend bekommt der Nutzer noch ein Passwort, das er am zu vernetzenden PC eingeben muss – und schon ist die Sache erledigt, das Netzwerk ist voll funktionsfähig.

Bei älteren Windows-Betriebssystemen hingegen ist die Einrichtung nicht ganz so einfach. Endres empfiehlt, für jeden Rechner im Netzwerk ein Benutzerkonto mit identischem Namen anzulegen, das auch das gleiche Passwort hat. Sonst kommen immer wieder Nachfragen von den anderen Rechnern, oder man hat gleich gar keinen Zugriff. Einige Windows-Versionen wie XP Home verlangen gar kein Passwort. Dies birgt jedoch ein Sicherheitsrisiko, denn so können Cyberkriminelle leichter in das Netzwerk eindringen und Daten ausspähen.

Auch bei älteren Windows-Versionen startet man zunächst den Assistenten für die Einrichtung des Netzwerks. Ist es fertig konfiguriert, muss man die Ordner noch für andere Benutzer freigeben. Das geht, indem man auf den gewünschten Ordner rechtsklickt, auf Eigenschaften geht und im Bereich Freigabe einstellt, wer zugreifen darf. Die zum Netzwerk gehörenden Rechner finden sich im Explorer. Mit einem Doppelklick gelangt man zu den Ordnern, die freigegeben sind, und kann sie so nutzen, als gehörten sie zum eigenen PC.

Wer Rechner mit verschiedenen Windows-Versionen vernetzt, muss den Unterschied zwischen dem neuen Bibliotheken- und dem alten Ordnersystem mit berücksichtigen. Das ist aber laut Endres längst nicht der einzige Fallstrick. Schon bei einer Vernetzung ähnlicher Windows-Versionen wie XP Home und XP Professional können massive Probleme auftreten. Das liegt unter anderem daran, dass jede Windows-Version einen eigenen Netzwerknamen hat, jedoch im Explorer nur diejenigen auftauchen, die denselben Netzwerknamen verwenden.

Daher sollte man unbedingt darauf achten, dass zwar jeder Rechner einen eigenen Namen hat – sonst drohen Verwechslungen – der Netzwerkname aber überall gleich ist. Einrichten kann man dies mit einem Rechtsklick auf Arbeitsplatz. Dort kann man unter Eigenschaften unter dem Reiter Computername auch den Netzwerknamen verändern.

Vor noch größeren Problemen steht man, wenn man in den Einstellungen der windowseigenen Firewall oder an Diensten, die im Hintergrund mitlaufen, im Lauf der Zeit etwas geändert hat. Es kann sein, dass diese Änderungen rückgängig gemacht werden müssen, um das Netzwerk zum Laufen zu bringen. Leider gibt es jedoch keinen Reset-Knopf, der Rechner muss also im Extremfall neu aufgesetzt werden. Die «c’t» hat zu diesem Thema das Sonderheft «Netzwerke» (03/2009, heise.de/kiosk/special/ct/09/07/) veröffentlicht, das sich ausführlich mit solchen Problemen beschäftigt. Informationen dazu und zur Einrichtung von Netzwerken generell sind unter heise.de/ct/artikel/Einfanghilfe-971512.html abrufbar.

tf/mei/

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