[Loveparade] Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller: „Wir setzten niemanden unter Druck“

28. Juli 2010 | by TechFieber.de

loveparade duisburg  katstrophe
Schaller/ =

Der Organisator der Loveparade, Rainer Schaller, weist Vorwürfe zurück, die Sicherheit bei dem Event in Duisburg vernachlässigt zu haben. Die Genehmigung sei erteilt worden, sagte Schaller der «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe). «Ohne diesen offiziellen Stempel hätten wir die Loveparade niemals stattfinden lassen», sagte der Geschäftsführer des Loveparade-Veranstalters Lopavent.

Er habe auch niemanden unter Druck gesetzt, fügte Schaller hinzu. Ihm sei auch nicht bekannt, dass jemand von seinen Mitarbeitern dies getan habe. Es sei klar, dass es bei solchen Konzepten immer Bedenken gebe. Deshalb treffe man sich ja gemeinsam und spreche darüber. «Fakt ist auch: Diese Bedenken wurden gelöst – sonst hätte keiner der Beteiligten zugestimmt. Auch die Polizei darf sich da nicht ausschließen», sagte er.

Er wisse, «dass wir als Veranstalter eine große Verantwortung haben», sagte Schaller. Es werde «lückenlos aufgedeckt, ob wir irgendwo Schuld haben oder andere». Bei den Untersuchungen sei man am Anfang. «Alle Auflagen, die wir bisher geprüft haben, haben wir zu 100 Prozent erfüllt», sagte Schaller.

Zu den erwarteten Besucherzahlen von bis 1,4 Millionen sagte Schaller, solche Zahlen vorab seien Schätzungen. Auf so einer langen Veranstaltung «kommen und gehen Menschen». Fakt sei, dass bis 14.00 Uhr nur 105 000 Menschen mit der Bahn gekommen seien. Und Luftbilder bewiesen, dass der Platz zum Zeitpunkt der Tragödie nur zu 75 Prozent gefüllt gewesen sei. Auf die Frage, ob die hohen Zahlen also nur PR und nicht die echte Teilnehmerzahl gewesen sei, sagte Schaller: «Das kann ich nicht verneinen.»

Bei der Loveparade am Samstag waren 20 Menschen ums Leben gekommen und mehrere Hundert verletzt worden. Einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwochausgabe) zufolge ist für die Katastrophe nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Landesregierung der Veranstalter verantwortlich. Innenminister Ralf Jäger (SPD) will an diesem Mittwoch einen vorläufigen Bericht veröffentlichen, wonach sich der Veranstalter mehrfach über Bedenken der Behörden hinweggesetzt habe.

tf/war/dts

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