Los geht’s: Telekom startet Registrierung für De-Mail

13. Juli 2010 | by TechFieber.de

Auch die Deutsche Telekom <DTE.ETR> beginnt mit der Registrierung für rechtssichere E-Mail-Adressen. Ab sofort können sich die Privatkunden der Deutschen Telekom kostenlos anmelden und später ihre persönliche De-Mail-Adresse reservieren. Das teilte der Bonner Konzern am Montag mit.

Die E-Mail-Anbieter GMX und web.de hatten vergangene Woche den Startschuss für die Registrierung gegeben. Mitte der Woche will auch die Deutsche Post <DPW.ETR> mit ihrem E-Postbrief starten. Bis die sicheren E-Mails tatsächlich versandt werden können, dauert es aber voraussichtlich bis 2011. Dazu muss das geplante Bürgerportal-Gesetz verabschiedet werden, was Ende des Jahres erwartet wird. Durch die vorangegangene Registrierung, bei der sich die Nutzer ausweisen müssen, sollen die De-Mails rechtsverbindlichen Charakter haben und eine Alternative zum Beispiel für den Briefverkehr mit Behörden oder Anwälten darstellen.

Die Telekom will ihren Kunden die Gebühr für die Registrierung und das Postfach zunächst erlassen, darüber hinaus sollen die Nutzer eine bestimmte Anzahl von Gratis-Mails erhalten. Langfristig verspricht sich der Bonner Konzern durchaus ein Geschäft von den sicheren E-Mails. Der Chef der Telekomsparte T-Systems, Reinhard Clemens, legt seinen Berechnungen deutschlandweit bis zu 10 Milliarden Briefsendungen jährlich zu Grunde, für die in Zukunft der Versand per De-Mail Sinn machen würde. De-Mails sollen zum Beispiel das klassische Einschreiben mit Eingangsbestätigung ersetzen können.

Wie viel Umsatz der neue Dienst bringen wird, „davon haben wir im Moment noch keine Vorstellung“, sagte Clemens vor Journalisten in Friedrichshafen. Denn das Porto für die Online-Briefe steht noch nicht fest. Im Referentenentwurf für das zugrunde liegende Gesetz heißt es, „marktgerechte Preise für De-Mail (müssen sich) erst im Wettbewerb bilden“. Es sei aber davon auszugehen, dass sie deutlich unter den heute üblichen Portokosten von 55 Cent für einfache Briefe liegen.

Der T-Systems-Chef hat es insbesondere auf die Geschäftskunden abgesehen. Für diese wiederum macht der Einsatz von De-Mail nur Sinn, wenn auch ihre Kunden den Dienst nutzen. „Wir wollen De-Mail mit unserem Einführungsangebot möglichst schnell in die Fläche bringen“, sagte Clemens, kündigte aber gleichzeitig an: „Der Registrierungsprozess ist relativ aufwendig und wird irgendwann Geld kosten.“ Das kostenlose Einstiegsangebot an die Privatkunden sei deshalb nur eine Anschubinvestition. Wie viel Geld die Entwicklung von De-Mail insgesamt gekostet hat, wollte Clemens nicht sagen. Die Telekom hat die sicheren E-Mails zusammen mit dem Innenministerium und United Internet (GMX, web.de) entwickelt und bereits in Friedrichshafen getestet.

Derzeit hat die Deutsche Telekom etwa 15 Millionen Mail-Kunden, die sie mit ihrem Online-Briefangebot zu erreichen versucht. Die De-Mail-Adressen werden nach einem einheitlichen Muster gebildet: vorname.nachname@anbieter.de-mail.de – dabei wird der Name des jeweiligen Anbieters wie gmx.de, web.de oder t-online.de eingesetzt. Wenn bei häufigeren Personennamen die Adresse schon vergeben ist, werden Ziffern an den Namen angehängt. Zunächst ist der Versand nur zwischen deutschen Teilnehmern gedacht. Zwar gibt es ähnliche Projekte schon in anderen europäischen Ländern, ein europäischer Standard fehlt aber noch.

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