Internet-Bibliothek: Per Webcam in alten Büchern stöbern

6. Juli 2010 | by TechFieber.de

Per Kamera-Technik können Forscher künftig aus der Ferne in den historischen Beständen der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel stöbern. Aus New York oder Tokio etwa könnten Forscher zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt von ihrem Bildschirm aus per Webcam in ein bestimmtes Werk hineinschauen, teilte die Bibliothek mit.

Ein Mitarbeiter sitze dann vor der Kamera und blättere wie gewünscht in dem Werk. Die Bibliothek sei die erste weltweit, die dieses Verfahren anbiete, hieß es. In der Bibliothek, die einst von Lessing geleitet wurde, stehen insgesamt mehr als eine Million Bücher, rund 12 000 davon sind Handschriften, 3000 davon aus dem Mittelalter.

Um das Webcam-Angebot zu nutzen, könnten Forscher zunächst im Online-Katalog die alten Drucke oder Handschriften aussuchen, die sie interessierten. Schnell und unkompliziert könnten dann gezielte Forschungsfragen beantwortet werden, teilte eine Bibliothekssprecherin mit.

Das berühmteste Werk in der Herzog August Bibliothek ist das Evangeliar von Heinrich dem Löwen, das bei einem Kaufpreis von 16 Millionen Euro lange als das teuerste Buch der Welt galt. Nach Wolfenbüttel (Niedersachsen) kommen Wissenschaftler aus aller Welt, um mit den wertvollen Beständen zu arbeiten. Die Bibliothek gilt nicht nur als Handschriften-Zentrum Norddeutschlands, für das 17. Jahrhundert ist sie zudem wie eine Nationalbibliothek mit einem der größten Buchbestände aus dieser Zeit.

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Internet“ bei TechFieber

Mehr bei TechFieber zum Thema: ,

Antwort schreiben