Gerichtsakten: Dell wusste von fehlerhaften Computerbauteilen

29. Juni 2010 | by Fritz Effenberger

Aus den Akten eines mehrjährigen US-Gerichtsverfahrens gegen den Computerhersteller Dell geht hervor, dass Mitarbeiter unterschiedlichster Ebenen von fehlerhaften Bauteilen gewusst hatten und diese bekannte Tatsache bewusst verschleierten. Im Jahr 2007 erhob das US-Unternehmen Advanced Internet Technologies Klage gegen Dell wegen 2000 defekter Computer. Auch andere Firmen und Einrichtungen meldeten den reihenweisen Ausfall von Dell-Rechnern.

Aus internen Dell-Dokumenten geht hervor, das fehleranfällige Kondensatoren der Marke Nichicon zwischen Mai 03 und Juli 05 in etwa 12 Millionen Rechner eingebaut wurden; dies betrifft vor allem Optiplex Desktop PCs. Eine Dell-interne Untersuchung ergab, dass 97 % davon innerhalb von drei Jahren versagen sollten. Abgesehen davon, dass Dämpfe und Flüssigkeiten, die aus Kondensatoren austreten, gesundheitsgefährdend sind, tragen sie erheblich zur Brandgefahr bei.

Trotz der intern bekannten Probleme hatten Dell-Mitarbeiter aber jahrelang versucht, Kunden im Unklaren zu lassen; der University of Texas gegenüber wurde etwa erklärt, das Versagen einiger Dell-Rechner sei auf Überlastung durch besonders komplizierte mathematische Berechnungen zurückzuführen. Jetzt ist mit weiteren Schadensersatzklagen gegen Dell sowie einem weiteren Image-Verlust des ehemaligen Weltmarktführers zu rechnen.

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