[techPraxis] Digital-Video-Schnitt für Möchtegern-Spielbergs: Die beste Software für Video-Bearbeitung am PC

19. Mai 2010 | by TechFieber.de

Das große Familienfest, die ersten Schritte des Nachwuchses – es gibt viele Gelegenheiten, den Camcorder auszupacken und die schönen Momente des Lebens in bewegten Bildern festzuhalten.

Schnell ist die Aufnahmetaste gedrückt, und ebenso schnell kommt stundenlanges Videomaterial zusammen. Freunden und Familie dieses Rohmaterial vorzuführen, ist jedoch für die Zuschauer meist eher eine Qual. Daher hilft nur eines: Schneiden.

Zur Bearbeitung des aufgenommenen Materials gibt es viele kostenpflichtige, aber auch einige kostenlose Programme – also sogenannte Freeware. Diese Freeware unterscheidet sich von der Kauf-Software oft durch geringeren Funktionsumfang. Doch auch mit den kostenlosen Versionen lassen sich ansehnliche Ergebnisse erzielen.

«Adobe, Magix und Pinnacle sind die Platzhirsche in der Videobearbeitung», sagt Markus Bautsch von der Stiftung Warentest in Berlin. Bei Software-Vergleichen schneiden die drei Anbieter meist mit am besten ab. Die Zeitschrift «Computer Bild» hat die Software auch auf ihre HD-Tauglichkeit geprüft. Ein wichtiges Kriterium, denn fast alle neueren Handys, Camcorder, Digitalkameras oder Pocket-Camcorder filmen mit HD-Auflösung. Testsieger wurde «Pinnacle Studio Ultimate 14» von Avid, dicht gefolgt von «Video Deluxe 16 Plus» von Magix, «Power Director 8 Ultra» von Cyber Link und «Premiere Elements 8» von Adobe. Alle vier Programme kosten im Handel rund 100 Euro. «Diese Summe muss man für ein ordentliches Programm auch auf den Tisch legen», meint Software-Tester Bartsch.

In der Regel gibt es drei Varianten der Software. «Die Basis-Variante ist für die normale Video-Auflösung geeignet. Das reicht dann für ältere Camcorder, die auf Mini-DV-Kassetten aufgenommen haben», erklärt Georg Oevermann von der «Computer Bild». Für diese Variante muss man zwischen 50 und 70 Euro ausgeben. Wer in HD-Qualität filmt und auch brennen will, der sollte zu den besser ausgestatteten Programmen für rund 100 Euro greifen. «Die noch teureren Versionen haben viel Zusatzmaterial und sind nur etwas für Bastler», so Oevermann.

Doch schon die Basis- und HD-Varianten verfügen über viele Funktionen, mehrere Videospuren und massenhaft Effekte. «Es gibt viele fast semiprofessionelle Features, die der Hobby-Filmer manchmal gar nicht braucht», erklärt Thomas Probst von der Zeitschrift «Chip Foto-Video digital». Wer nur einige Szenen aneinander schneiden möchte, dem reichen häufig auch die kostenlosen Programme.

«Auf vielen Computern sind Videobearbeitungsprogramme schon vorinstalliert», sagt Oevermann. Der «Windows Movie Maker» war in der Vergangenheit wegen seiner Instabilität berüchtigt. Der neue «Windows Live Movie Maker», der nur auf Windows 7 und Vista läuft und kostenlos heruntergeladen werden kann, sei deutlich besser. «Das Programm ist einfach zu bedienen und auch für Anfänger geeignet.»

Ein Minuspunkt ist allerdings die Tatsache, dass das HD-Format AVCHD zwar bearbeitet, aber nicht gespeichert werden kann und am Schluss in das qualitativ schlechtere WMV-Format umgewandelt werden muss. «Das beste kostenlose Programm ist wohl iMovie9», findet Oevermann. Das Schnittprogramm von Apple ist auf dem Mac vorinstalliert und besticht durch einfache Bedienung und Stabilität.

Auch die «Platzhirsche» unter den Video-Software-Herstellern bieten häufig Gratis-Programme an. Diese sind jedoch deutlich in ihren Funktionen abgespeckt oder nur für einen bestimmten Zeitraum nutzbar. Meist sind sie auch in den Lizenzen beschränkt. «Das ist dann ärgerlich, wenn man einen Film geschnitten hat, ihn auf DVD brennen will und das dann wegen der fehlenden Lizenz nicht funktioniert – oder der Film nicht in dem entsprechenden Format exportiert werden kann», sagt Markus Bautsch von der «Stiftung Warentest».

Um herauszufinden, welches das passende Programm ist, seien diese Testversionen jedoch optimal. «Meistens kann man 30 Tage lang kostenlos testen und geht keine Verpflichtungen ein», sagt Thomas Probst. In der persönlichen Testphase sollten Anfänger darauf achten, ob sie mit der Benutzeroberfläche zurecht kommen. Auch der «Windows Movie Maker» eigne sich, um erste Schnittversuche zu wagen und sich mit einem Programm vertraut zu machen. Komplett kostenlos zugänglich sind Open-Source-Programme wie «Cinefx» oder «VirtualDub». Wer diese Software nutzt, sollte sich jedoch schon etwas besser mit dem Thema «Videobearbeitung» auskennen.

Foto: dpa

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