Funknetz-Spione: WLAN lässt sich vor Google & Co. nicht verstecken

23. April 2010 | by TechFieber.de

X Wem es Sorge bereitet, dass Google und andere Organisationen die Standorte von WLAN-Netzen erfassen, wird es nicht mögen: Es ist nicht möglich, das eigene Funknetzwerk für andere vollständig unsichtbar zu machen.

Denn jedes netzwerkfähige Gerät besitzt eine einmalige Kennung. «Das ist die Mac-Adresse. Und die zeigt auch ein WLAN-Router ständig an», erklärt Jürgen Kuri von der Computerzeitschrift «c’t». Die Mac-Adresse sei notwendig, damit netzwerkfähige Geräte überhaupt miteinander kommunizieren können.

Allerdings gehe es bei Googles Suche nach WLAN-Netzen, die von Verbraucherschützern kritisiert wird, nicht darum, in die Netze einzudringen, erläutert Kuri. Ziel ist es vielmehr, eine Landkarte mit WLAN-Standorten zu erstellen. Damit können zum Beispiel Smartphone-Besitzer unabhängig von einem GPS ihren persönlichen Standort herausfinden, um ortsbezogene Dienste nutzen zu können. «Dabei gibt das WLAN selbst gar keine Standortdaten an», sagte Kuri. Sie werden erst von Unternehmen wie Google hinzugefügt.

Unabhängig von solchen Kartographie-Vorhaben sollte ein WLAN stets verschlüsselt sein, betonte Kuri. «Am besten mit dem Standard WPA2.» Und bis zu einem gewissen Grad lässt sich ein WLAN unsichtbar machen. Angriffe von Laien lassen sich oft schon dadurch verhindern, dass das Netz nicht auf Anhieb zu erkennen ist. Dazu wird das Anzeigen der SSID unterdrückt. Die SSID (Service Set Identifier) ist die vom Besitzer frei wählbare Bezeichnung des Funknetzwerks. Sie kann normalerweise von jedem WLAN-fähigen Gerät gesehen werden. Einen triftigen Grund, die SSID für alle sichtbar zu machen, gibt es nicht. Der Besitzer kenne den Namen ja und könne ihn per Hand eintragen, etwa um einen weiteren Rechner ins Netz zu lassen, sagte Kuri.

Die entsprechenden Einstellungen werden im Konfigurationsmenü des Routers vorgenommen. Wer die SSID dennoch anzeigen lassen möchte, dem rät Kuri, zumindest eine kryptische Bezeichnung und nicht seinen eigenen Namen zu wählen. Sonst werden aus den Informationen zum WLAN-Standort plötzlich doch persönliche Daten.

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