Handy-Riese auf Sinkflug: Gewinn bei Nokia knickt ein

22. April 2010 | by TechFieber.de

Nokia GewinnDer finnische Handy-Riese Nokia hat zum Jahresauftakt die erwarteten massiven Gewinnsteigerungen nicht erreicht.

Wie der weltweite Branchenführer am Donnerstag in Helsinki mitteilte, kletterte der Nettogewinn im ersten Quartal auf 349 Millionen Euro gegenüber 122 Millionen Euro zwölf Monate zuvor. Analysten hatten höhere Zuwächse erwartet. Der Kurs der Nokia-Aktie sank nach Bekanntgabe der Zwischenbilanz um mehr als 10 Prozent.

Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo bezeichnete den Wettbewerb um Kunden bei den ertragreichen Smartphones als «weiter sehr hart». Dasselbe gelte für die Marktlage bei Mobilnetzen mit der Tochter Nokia Siemens Networks. Sie fuhr einen Verlust von 226 Millionen Euro ein.

Nokia hatte im Vergleich zum Vorquartal wieder Marktanteile an die Konkurrenz verloren. Mit rund 108 Millionen verkauften Geräten schätzt derHandyhersteller seinen eigenen Marktanteil weltweit nun auf 33 Prozent nach 35Prozent im Quartal zuvor. Seine Position auf dem Smartphone-Markt schätzt Nokia hingegen etwas besser ein. Mit 21,5 Millionen verkauften Multifunktionshandyssehen die Finnen ihren Anteil bei 41 Prozent (40 Prozent im vierten Quartal2009).

KOSTEN FÜR HANDYPRODUKTION HOCH

Doch die Profitabilität der wichtigen Handysparte hinkt hinterher: DieMaterialkosten hätten nicht im gleichen Maße nachgegeben wie die Preise für dieHandys. Das gelte vor allem für die Produktion der teureren Smartphones, lautetedie Erklärung für niedrigere Margen. Gleichzeitig ging der durchschnittlicheVerkaufspreis für ein Handy auf 62 Euro zurück.

Nokia versucht den Verkauf von Handys durch entsprechende Software-Angeboteanzukurbeln. Vorreiter ist nach wie vor das iPhone von Apple mit einer breitenPalette von Applikationen. Anfang des Jahres kündigten die Finnen kostenloseNavigationssoftware für ihre Smartphones ab. Eine ganze Smartphone-Familie mitdem neuen Betriebssystem Symbian 3 ist für dieses Jahr geplant. Sie sollen imdritten Quartal in den Geschäften liegen.

UMSATZRÜCKGANG GESTOPPT

Trotz der Probleme in der Handysparte konnte Nokia den Umsatzrückgang imersten Quartal stoppen. Zum Vorjahr stiegen die Erlöse um drei Prozent auf 9,5Milliarden Euro. Unterm Strich stand ein Gewinn von 349 Millionen Euro nach 122Millionen Euro im Vorjahr. Die hohen Erwartungen der Analysten erreichten dieFinnen damit aber nicht.

Die beiden Sorgenkinder des Konzerns – der Anbieter von NavigationskartenNavteq und die Ausrüstersparte Nokia Siemens Networks – brachten erneut nurVerluste ein. Nur vor Sonderposten kam das Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Nokia im ersten Quartal auf schwarze Zahlen und ist damit auf dembesten Weg seine Jahresprognose einer schwarzen Null zu erreichen.

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