Fernsehen 2.0: ARD-Programmchef Volker Herres fürchtet nicht um die Zukunft des TV

13. April 2010 | by Alex Reiger

ARD Chef Volker Herres

ARD-Programmchef Volker Herres sieht die Zukunft des Fernsehens optimistisch. «Fernsehen wird es schon weiter geben, wie übrigens auch Zeitungen. Weder das eine noch das andere wird einfach durch das Internet ersetzt werden», sagte Herres im Interview mit der «Welt» (Dienstagausgabe). Aktuell nehme die Fernsehnutzungsdauer sogar zu und sei bei den Jüngeren trotz steigender Online-Nutzung stabil. «Trotzdem müssen wir im Internet aktiv sein, um den Kontakt zu dieser Zielgruppe nicht zu verlieren. Und das tun wir auch – im Rahmen dessen, was wir qua Rundfunkstaatsvertrag tun dürfen», sagte Herres. «Die Aufgaben nehmen also tendenziell zu, bei sinkenden Einnahmen. Das bedeutet harte Diskussionen um Prioritäten.»

In der Debatte um die Zulässigkeit von Online-Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sender sieht Herres einen «ziemlich unfairen und aggressiven publizistischen Kurs» der Verleger. «Wir unterliegen ja – anders als Verlage – klaren, auch restriktiven Beschränkungen. Und das ist gut so», sagte der Programmdirektor. Allerdings müssten auch Verlage akzeptieren, «dass eine angemessene aufgabenorientierte Präsenz von ARD und ZDF zu unserer Bestands- und Entwicklungsgarantie gehört».

Ein grenzenloses Wachstum könne es für die öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht geben. Neben rückläufigen Einnahmen etwa durch einen erwarteten Gebührenrückgang von 15 Prozent in den nächsten Jahren sei die ARD «eines der am besten kontrollierten Systeme, das man sich vorstellen kann». Der Senderverbund müsse sich regelmäßig von externen Experten prüfen lassen.

ARD volker herres
___________________________________

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt TV / Fernsehen 2.0“ bei TechFieber

Begeistert von diesem Artikel? Follow us on Twitter!

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , , , ,

Antwort schreiben