Medien-Bericht: Eigenkapital-Anforderungen bergen Milliarden-Belastungen

29. Januar 2010 | by TechFieber.de

Durch die geplanten Änderungen bei der Eigenkapitalregelung für Banken kommen auf die Finanzinstitute offenbar weitaus höhere Belastungen zu als bislang angenommen. Wie das «Handelsblatt» (Freitagausgabe) berichtete, entsteht laut internen Berechnungen verschiedener Geldhäuser bei allen europäischen Banken ein Kapitalbedarf von bis zu 300 Milliarden Euro, sollten die unter dem Stichwort Basel III geplanten Regeln Realität werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte den zusätzlichen Kapitalbedarf europäischer Institute kürzlich auf 83 Milliarden Euro veranschlagt.

Die G20-Staaten hatten im vergangenen September auf ihrem Gipfel in Pittsburgh den Anstoß zu den neuen Kapitalregeln gegeben. Durch die strengere Regulierung wollen die Regierungen Risiken begrenzen und so künftigen Krisen vorbeugen. Die Vorschläge des Baseler Ausschusses, in dem die Aufsichtsbehörden und Notenbanken von 27 Staaten vertreten sind, sollen nach eingehender Prüfung möglichst bis Ende 2012 umgesetzt werden.

Laut dem Bericht wollen die Banken in den kommenden Wochen ihren Widerstand gegen die geplanten Änderungen verstärken. Neben höheren Kapitalanforderungen und dem Wegfall der Kapitalstärkung aus steuerlichen Verlustvorträgen werde vor allem ein neuer Ansatz bei den Mehrheitsbeteiligungen der Banken zu Belastungen führen. Zukünftig sollen bei Beteiligungen über 50 Prozent die Risiken der Töchter voll konsolidiert werden, während das Eigenkapital nicht mehr bei der Mutter angerechnet werden könne.

In der Folge müsste beispielsweise die Deutsche Bank bei der Postbank nicht nur die Mehrheit, sondern 100 Prozent der Anteile halten, um die Beteiligung als Eigenkapital zu verbuchen. Derzeit besitzt die Bank 30 Prozent der Anteile. Vor ähnlichen Problemen stünden auch die DZ Bank mit ihren Töchtern Bausparkasse Schwäbisch Hall, der R+V-Versicherung und der Fondsgesellschaft Union Investment sowie die Commerzbank, die unter anderem 70 Prozent an der polnischen BRE Bank hält. tf/mei/ddp

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