ARD goes Apple-Smartphone: «Tagesschau» bekommt eigene iPhone App

21. Dezember 2009 | by Alex Reiger

Tagesschau iPhone APP

„Guten Abend, meine Dame und Herren. Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der «Tagesschau»-App“: Die gute alte Tante des öffentlich-rechtlichen Fernsehens geht mobil. Der ARD-Nachrichten-Klassiker «Tagesschau» wird wie viele andere TV- und Print-Medien-Angebote bald als App auf dem Apple iPhone verfügbar sein. Entsprechende Pläne verkündete heute morgen der der Chefredakteur von ARD aktuell, Kai Gniffke.

«Mehrere Hunderttausend iPhone-Nutzer dürfen von uns erwarten, dass wir sie auch unterwegs mit seriösen Nachrichten versorgen», so Gniffke. Die Inhalte für diese Anwendung stellt ARD-aktuell im Gegensatz zu anderen Apps auf dem Endgerät kostenlos zur Verfügung, da sie bereits aus der Rundfunkgebühr finanziert sind. Noch im ersten Quartal soll Tagesschau.de für mobile User abrufbar sein.

Auf dem Online-Markt hat es die Redaktion von ARD aktuell mit Konkurrenten auf dem Nachrichtensektor zu tun, die für ihre Inhalte zunehmend Geld verlangen wie zum Beispiel Bild.de. Eröffnet diese Entwicklung zum sogenannten paid content größere Chancen für kostenlose öffentlich-rechtliche Nachrichtenportale? «Ich habe Verständnis für die Sorgen der Printkollegen und der Verlage, die auf der Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen im Netz sind», so Gniffke. «Ich bin mir da der Verantwortung unserer besonderen Rolle bewusst.» Die anderen großen Anbieter hätten jedoch auch ein anderes inhaltliches Portfolio.

Tagesschau.de, derzeit etwa auf Platz sieben in der Nutzungsskala der Nachrichtenportale, präsentiere das «Hartholz», wenig Buntes oder Sport. «Es ist nicht unsere Aufgabe, ein Ranking der schönsten News- Ladys zu präsentieren oder eine Tiger-Woods-Fotostrecke. Wir bewegen uns weiter auf unserem angestammten Korridor, auf dem wir aber weiter Maßstäbe setzen wollen.» Ein breiter aufgestelltes Tagesschau.de- Portal werde es nicht geben, Verlinkungen zu Sportseiten oder zur ARD-Börse reichten dem Nutzer. «Die leichten Themen können andere besser, würden wir da mitmischen wollen, wären wir nicht mehr unverwechselbar.»

Dass die «Tagesschau» auch im Netz nachgefragt werde, so Gniffke, beweise die Funktion «Tagesschau 24»: Im Mai, kurz nach der Einführung, habe es 400 000 Abrufe gegeben, im September seien es für das On-Demand-Angebot mit den wichtigsten Nachrichten der Stunde (Gniffke: «Wir nennen sie die ewige „Tagesschau“») schon 3,6 Millionen gewesen. Die 20-Uhr-«Tagesschau» im Fernsehen werde dennoch ihren «herausragenden Wert» behalten: Sie wurde im Wahljahr 2009 laut GfK-Fernsehforschung im ARD-Gemeinschaftsprogramm und in den dritten Programmen bis zum 10. Dezember von 8,84 Millionen Menschen pro Ausgabe gesehen, etwas mehr als 2008. Rund 145 Mitarbeiter kümmern sich derzeit um die Nachrichten im TV und im Netz. Einen Stellenabbau soll es im Zuge der Verschmelzung beider Einheiten mit Wirkung vom 1. Januar an nicht geben.

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Kommentare (3)

  1. inside-blog says:

    […] Verlag bekommt Konkurrenz von den Öffentlich-Rechtlichen:  Die ARD will im kommenden Jahr die  “Tagesschau” aufs iPhone bringen – und zwar kostenlos.  Das dürfte dem Hamburger Medienkonzern […]

  2. Andreas says:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von  Andreas  erwähnt.  Andreas  sagte: ARD goes Apple-Smartphone: «Tagesschau» bekommt eigene iPhone App – http://is.gd/5wT09 […]

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