[Update] Ex-Tech-Wonderboy entzaubert: Lars Windhorst muss vor Gericht – will Geständnis ablegen

17. Dezember 2009 | by TechFieber.de

Lars WindhorstDie deutschen Jung-Stars der „New Economy“ sind tief gefallen. Um Intershop-Gründer Stephan Schambach ist es sehr ruhig geworden, das Hacker-Großmaul Kim Schmitz („Kimble“) ist nach der Verwicklung in kriminelle Machenschaften in der Versenkung verschwunden und auch die dritte bundesdeutsche Tech-Hoffnung, Lars Windhorst, steht vor einem Scherbenhaufen: Der einstige Vorzeige-Jung-Unternehmer aus dem beschaulichen Ostwestfalen muss sich vor dem Landgericht Berlin verantworten. Der Vorwurf wiegt schwer: Untreue, Betrug und Insolvenzverschleppung.

Laut Anklageschrift soll das Windei Windhorst im Detail Darlehen in Millionenhöhe erschlichen, Gelder seiner Firmen privat abgezweigt und Insolvenzen verschleppt haben.

Der Anklage zufolge hatte der 33-jährige Ostwestfale als Geschäftsführer zweier nach ihm benannter Firmen zwischen Juni 2002 und Januar 2003 trotz Zahlungsunfähigkeit keine Insolvenz angemeldet. In einem weiteren Fall soll Windhorst den Antrag erst verspätet gestellt haben, obwohl die Aktiengesellschaft bereits seit Januar 2002 zahlungsunfähig war.

Darüber hinaus habe er unberechtigt von diversen Konten der Aktiengesellschaft 800 000 Euro auf sein Privatkonto überwiesen sowie weitere 125 000 Euro zwei anderen Gesellschaften zukommen lassen, heißt es.

Windhorst, der einst als Wunderkind der deutschen Wirtschaft galt, soll zudem im Jahr 2001 ein Darlehen über umgerechnet 10 Millionen Euro durch falsche Angaben erschlichen haben. Mit 16 Jahren hatte Windhorst sein erstes Unternehmen für Computerzubehör gegründet.

Windhorsts Anwalt hatte die Vorwürfe früher als «unbegründet» bezeichnet. Für das Verfahren ist zunächst nur ein Verhandlungstag eingeplant. Offen ist, ob es am Freitag bereits zu einem Urteil kommt.

Lars Windhorst wurde Anfang der 90er Jahre als deutscher Jungunternehmer und Gründer der Windhorst Electronics GmbH und Windhorst AG bekannt, zu deren Geschäftsfeldern insbesondere der Handel mit Elektronikteilen gehörte.

[Update]: Laut dem „Westfalen-Blatt“ soll Windhorst morgen vor dem Landgericht Berlin ein Geständnis ablegen.

[tf/jas/ddp]

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