Internet-Petition für ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender

25. November 2009 | by TechFieber.de

Bei einer Onlineaktion zur Unterstützung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender haben sich nach Angaben der Organisatoren innerhalb von 24 Stunden rund 20 000 Menschen beteiligt. Die Initiative des Kampagnen-Netzwerkes Campact steht unter dem Motto «Hände weg von der Pressefreiheit». Dabei werden die Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrates aufgefordert, die parteipolitische Einflussnahme auf den Sender zu stoppen und die Zusammenarbeit mit Brender nicht zu beenden, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch hieß. Campact organisiert nach eigenen Angaben Kampagnen, «bei denen sich Menschen via Internet in aktuelle politische Entscheidungen einmischen».

Über die Zukunft von Brender wird seit Monaten gestritten. Bei einer ZDF-Verwaltungsratssitzung am Freitag (27. November) in Berlin soll nun entschieden werden, ob der Vertrag des 60-Jährigen, der Ende März 2010 ausläuft, verlängert wird. Hierfür setzt sich ZDF-Intendant Markus Schächter ein. Laut ZDF-Staatsvertrag macht der Intendant bei der Bestellung des Chefredakteurs dem Verwaltungsrat einen Vorschlag, dann müssen beide Einvernehmen herstellen.

Die Unions-Vertreter im ZDF-Verwaltungsrat sind eher gegen Brender eingenommen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der stellvertretender Vorsitzender des Gremiums ist, hatte Brender in der Vergangenheit scharf kritisiert und seine Ablösung gefordert.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Medienmagazin «DWDL.de» sagte Schächter, er werde noch einmal die Gründe darlegen, weshalb der Vertrag Brenders verlängert werden solle. «Die Diskussion darüber wird am Freitag stattfinden und alle nächsten Schritte wird man sehen», sagte Schächter.

Ex-ARD-«Tagesthemen»-Moderator Ulrich Wickert sagte «stern.de», der ZDF-Verwaltungsrat sei «verfassungswidrig besetzt, nämlich mit unerlaubt vielen Politikern». Gerade der CDU/CSU gehe es darum, «das ZDF wieder stärker in den Griff zu bekommen, aber es machen alle Parteien bei diesen Proporzspielchen mit», fügte er hinzu. Dieses Schauspiel werde auch dem einen oder anderen ARD-Sender demnächst wieder blühen. «Schauen wir mal, wie sich die neuen Machtverhältnisse bei der Wahl des nächsten Intendanten des Bayerischen Rundfunks auswirken», sagte Wickert. tf/mati/ddp

Mehr bei TechFieber zum Thema: , , , , , ,

Comment (1)

  1. Wir haben die Sowjets besiegt, inzwischen ein Stasi-Kultur verschlingt Europa … (Zitat von Jan Theuninck, August 2009)
    http://www.flickr.com/photos/26915283@N07/3896400202

Antwort schreiben