Quelle-Ausverkauf: Server brechen zusammen

1. November 2009 | by TechFieber.de

Der Crash nach dem Crash: Nicht einmal die extra aufgerüsteten Server sind dem Ansturm auf die Internetseite des insolventen Versandhändlers Quelle gewachsen. Zum Start des Ausverkaufs am Sonntag ist die Plattform über Stunden nicht erreichbar, nachdem sie um 6.00 Uhr online gegangen war. Rabatte zwischen 10 Prozent auf Technikartikel und 30 Prozent auf Mode locken so viele Surfer auf die Website, dass schon kurz danach nichts mehr geht. Wer beim Start des Ausverkaufs bei Quelle dabei sein will, braucht Geduld.

Die Schnäppchenjäger sind darüber teilweise ziemlich erzürnt und machen ihrem Ärger im Forum Luft. Völlig erbost schreibt etwa Lothar Z., nachdem er drei Stunden vergeblich versucht hatte, etwas zu bestellen: «Das ist nicht der größte Ausverkauf, das ist das größte Desaster aller Zeiten!!!» Geduld beweist Gudrun R.: «Seit fünf Stunden versuche ich es, meine Bestellungen aufzugeben. Doch immer wenn ich zur Kasse will, werde ich aus der Internetseite geworfen.»

Miriam, die Moderatorin des Forums, versucht zu beschwichtigen. Da am ersten Tag des Ausverkaufs sicherlich mehrere Kunden auf die Webseite zugreifen, könne es durchaus sein, dass der Server überlastet sei und die Shopping-Tour «etwas länger» dauere.

Dass der Ausverkauf der Anfang vom Ende des Traditionshauses ist, lässt viele Kunden offenbar nicht kalt. So mischt sich im Internetforum in die Schnäppchenjagd teilweise auch Wehmut. Karin M. etwa schreibt: «Fünfeinhalb Stunden, aber meine Bestellung ist jetzt endlich durch. Da das bestimmt die letzte war, möchte ich mich für die schönen Jahre mit Quelle bedanken.»

Aus Sicht des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg ist der Start des Ausverkaufs gelungen. Allein bis Mittag habe die Zahl der Bestellungen doppelt so hoch gelegen wie am kompletten Vortag, sagt sein Sprecher. Nach seinen Angaben laufen die Systeme gut drei Stunden nach Beginn des Ausverkaufs «stabil». Sollten die Seiten dennoch nicht erreichbar sein, liege das wahrscheinlich an den deutlich gestiegenen Bestellungen.

Bis Mittag seien 665 000 Besucher auf den Quelle-Seiten im Internet gezählt worden, fügt der Sprecher hinzu. Das entspreche zwar etwa dem Wert des Vortags, als letztlich 1,16 Millionen Interessenten registriert wurden. Allerdings seien allein bis Sonntagmittag bereits 19 200 Bestellungen abgegeben worden. Am Vortag waren es dem Sprecher zufolge insgesamt 18 900 Aufträge.

Quelle will in den kommenden Wochen sein Sortiment mit 18 Millionen Artikeln vollkommen veräußern. Knapp 4300 Mitarbeiter werden nach Unternehmensangaben dafür noch benötigt. Ab Montag können die Kunden auch vor Ort auf Schnäppchenjagd gehen, wenn bundesweit in den Quelle-Shops und Technikzentren Restposten angeboten werden. tf/ar(ddp

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Comment (1)

  1. TechFieber says:

    […] nur am Sonntag (wir berichteten) sondern auch heute morgen zicken die Internet-Server beim insolventen Versandhändler Quelle. Nach […]

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