[Motorrad] Sicherheit statt Coolness: Sichere Schutzkleidung für Biker

motorrad Schutzkleidung Biker

Wer schön sein will, muss leiden. Das hat mancher Motorradfahrer schon am eigenen Leib erfahren. Vor allem bei steigenden Temperaturen wird das Thema Sicherheit nicht mehr so genau genommen.

Die Lederkombi bleibt im Schrank, T-Shirt und Jeans sind angesagt – auch weil das vermeintlich besser aussieht. Dumm nur, wenn es zu einem Unfall kommt und der Körper ungeschützt über den Asphalt rutscht. Es schadet daher ganz und gar nicht, sich frühzeitig mit den verschiedenen Varianten sicherer Biker-Kleidung zu beschäftigen.

Wie nachlässig Motorradfahrer mit Schutzbekleidung umgehen, zeigt eine im Jahr 2009 veröffentlichte Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach. Demnach sieht es zwar beim Kopfschutz gut aus: 97 Prozent der Motorradfahrer und 98 Prozent der Personen auf dem Sozius setzten einen Helm auf. Schutzkleidung hat aber einen deutlich kleineren Anhängerkreis: Zusätzlich zum Helm trugen sie gerade einmal 51 Prozent der motorisierten Zweiradfahrer, von den Beifahrern nur 35 Prozent.

Eine komplette Schutzmontur legten sogar lediglich 19 Prozent der Fahrer und 22 Prozent der Mitfahrer an. Diese Differenz zwischen zumindest etwas Schutz und kompletter Bekleidung legt nahe: Mancher Fahrer fühlt sich womöglich schon sicher, wenn er mal eine Lederjacke überstreift. Doch tatsächlich sind die Hose und dazu passende Stiefel sowie Handschuhe genauso wichtig.

Beim Auswählen von Motorradbekleidung sind verschiedene Faktoren zu beachten. Zunächst einmal geht es darum, wie und wo das Zweirad zum Einsatz kommt. Denn das ist entscheidend für die Frage, ob es ein Einteiler oder eine zweiteilige Kombination sein sollte. Nach Angaben des TÜV Süd ist für kurze Ausfahrten der Einteiler eine gute Wahl: Er verrutscht nicht, bietet wenig Windwiderstand und liegt eng am Körper des Bikers an.

Die zweiteilige Kombi aus Jacke und Hose ist dann vorzuziehen, wenn auch praktische Gesichtspunkte eine Rolle spielen – zum Beispiel bei der Fahrt zum Arbeitsplatz. Die Tatsache, dass sich nach der Tour die Jacke ganz fix ausziehen lässt, ist ein Vorzug. Außerdem haben solche Kleidungsstücke meist auch Taschen für die Schlüssel oder die Brieftasche.

Ein ewiges Diskussionsthema in der Bikerszene ist das Material: Die einen schwören auf Leder, die anderen lassen nichts auf ihre Hightech-Textilien kommen. Auch die Fachleute sind sich bis heute uneinig. So weist das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) darauf hin, dass Bekleidung aus Textilfasern in der Regel leicht ist. Außerdem ist sie meist wasserdicht und atmungsaktiv – was zum Beispiel bei höheren Temperaturen für mehr Komfort sorgt. Häufig wird auch darauf hingewiesen, dass die Sicherheit von Textil-Kleidung stark verbessert worden ist.

Der ADAC jedoch rät gerade in Sachen Sicherheit weiter zum Leder. Denn das biete nach einem Sturz mehr Schutz. Das liege daran, dass das Naturmaterial eine dichtere Struktur hat und somit resistenter gegen Abrieb ist. Auch hier wird aber auf den höheren Tragekomfort der leichteren Textilkleidung hingewiesen.

Doch egal, welches Material der Motorradfahrer bevorzugt: Nicht vernachlässigen darf er das Thema Protektoren. Das sind zusätzliche Schutzelemente, die in der Kleidung getragen werden oder auch in die Kleidungsstücke eingearbeitet sind. Es gibt sie für die Schultern, die Ellenbogen, die Knie und den Hüftbereich sowie – ganz wichtig – für den Rücken. Dort schützen sie bei einem Sturz die Wirbelsäule. Der TÜV Süd rät, auf Prüfsiegel zu achten: So gilt «EN 1621-2» für Rückenprotektoren, für alle anderen steht «EN 1621-1».

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung von Handschuhen und Stiefeln. Sie schützen nicht nur bei einem Sturz, sondern auch bei Steinschlag und helfen gegen Kälte und Nässe. Beim Kauf ist auch hier auf den Einsatzzweck zu achten. Wenn sie Handschuhe anprobieren, sollten sich Fahrer fragen, ob sie ein gutes Griffgefühl ermöglichen. Und bei den Stiefeln muss der Schaft laut dem ifz mindestens den Knöchel bedecken. Besser ist es, wenn er bis zur Wade reicht und dort eng anliegt.

Allgemein gilt: Motorradbekleidung sollte bei der Anprobe bequem sitzen. Die Ärmel der Jacke sollten so lang sein, dass der Bund auch bei angewinkeltem Ellenbogen bis über das Handgelenk reicht, erklärt der TÜV Süd. Und bei Textilkleidung ist ein Gürtel wichtig, der Flattern im Fahrtwind verhindert. Damit kann der Fahrer dann auch gut aussehen – ohne schon bei einem leichten Sturz leiden zu müssen.

Foto: dpa

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