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Ethnologin Janika Wehmann: „Auf faire Lieferketten achten!“ @ Wild Spaces Experimenta

Auf dem Experimenta Nachhaltigkeitsfestival Wild Spaces, sprach die Ethnologin Janika Wehmann (Foto oben) von Dimoe in ihrer Präsentation Vortrag unter anderem über faire Lieferketten.

Zum einen zeigte Sie auf was falsch läuft in der Produktion der meisten Konsumgüter welche wir benutzen und zum anderen erklärte Wehmann wie es dem einzelnem Konsumenten möglich ist besser auf faire Lieferketten zu achten. Faire Lieferketten gibt es zwar immer öfters, ist jedoch trotzdem immer noch eher eine Seltenheit.

Die meisten der Produkte die wir konsumieren sind meistens nicht unter fairen Bedingungen produziert wurden.

1,5 Mio Kinder arbeiten in Mienen

Schaut man sich Beispielsweise einmal den Produktionsweg eines Smartphones an, wirkt es erschreckend, wie Menschen unter unserem Bedürfnis immer das neuste Mobiltelefon zu haben leiden müssen.

Im Kongo werden dafür Rohstoffe abgebaut, wie zum Beispiel Kobald, die Menschen in den Mienen werden dafür allerdings in keiner weise fair bezahlt, zudem kommt noch dazu das 1,5 millionen Kinder in den Mienen arbeiten müssen, laut Wehmann.

Die Rohstoffe welche im Kongo abgebaut werden, kommen nach China wo sie in unsere Smartphones verbaut werden. Die Arbeitsbeschäftigung in diesem Bereich ist auch alles andere als Menschenfreundlich und Human.

Hinzu kommt noch, dass wir unsere Mobilen Endgeräte selten recyceln oder recyceln lassen, wodurch im Jahr, in Deutschland 1,5 Tonnen Elektroschrott anfällt, welcher wieder nach Indien, China oder Agbogbloshie in Ghana verschifft wird.

Nicht funktionierende Arbeitsschutzgesetze in Bangladesch

Auch in der Modebranche läuft das meiste falsch, abgesehen davon, dass die Produktion von Klamotten alles andere als Nachhaltig ist, als Beispiel benötigt man für die Produktion von einem T-Shirt im Schnitt 4100 Liter Wasser.
Zudem werden die meisten unserer T-Shirts und Hosen immer noch in Bangladesh genäht und dort unter miserablen Bedingungen.

Dort werden meist Näherinnen in Fabriken ausgebeutet – heißt, die Frauen müssen Überstunden machen, werden nicht ausbezahlt oder bekommen wenn nur 1% der Ursprünglichen einnahmen für das T-Shirt welches sie nähen. Dazu kommt noch, dass die Fabriken in denen gearbeitet wird nicht sonderlich sicher sind, es kommt immer wieder zu Bränden und Unfällen, wo Menschen, meist Frauen sterben.

Das ironische hier ist, es gibt sogar Arbeitsschutzgesetze in Bangladesch, allerdings schaffen es die Arbeitgeber die Menschen so ein zu schüchtern, dass viele es nicht in Erwägung ziehen in eine Gewerkschaft ein zu treten, aus Angst sie würden ihren Job deswegen verlieren.

Dezentrale Handy-Sammelaktionen und Recycling

Janika Wehmann hat sich damit auseinander gesetzt, wie es jedem einzeln möglich ist, diese Probleme zu beheben oder zumindest zu Verbessen.  Ein wichtiger Ansatz ist hier den der Handy-Aktion welche zum einen dezentrale Handy-Sammelaktionen und Recycling unterstützen, aber auch Bildungsarbeit zu ethischen Fragestellungen entlang der Wertschöpfungs- und Nutzungskette betreiben.

Ein wichtiger Punkt ist es auch Services wie iFixit (siehe Video unten von der Greentech.Live Konferenz) in Anspruch zu nehmen und so die Lebensdauer seines Elektrogerät zu verlängern. Auch sollte man beim Einkaufen auf Zertifizierungen achten, wie zum Beispiel das der WFTO, oder besten Falls direkt in Weltläden einkaufen, wo man sich einfach vor Ort über die Lieferketten und die Produktion informieren kann.

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