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Green Building: Nachhaltig bauen dank Software

GreenBuilding: Nachhaltig bauen Dank Software / Foto: Aurelien Thomas, Unsplash

Green Building: Nachhaltig bauen dank Software / Foto: Aurelien Thomas, Unsplash

Die Eurpäische Union will dass die Ökobilanz von Gebäuden in Zukunft relevanter wird. Die Grundlage hierfür bietet die EU-Taxonomie für Klimaschutz und fünf weitere Themenbereiche, die dabei helfen soll, die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Dieses Klassifizierungsverfahren der EU definiert Kriterien für die Bewertung von Investitionen in Bezug auf das Taxonomie-Ziel „Klimaschutz“. Forschende des Frauenhofer-Institut für Bauphysik haben nun mit einem Partner eine Software entwickelt, welche die ökologischen Kennzahlen und die ökonomische Kalkulation für Investitionen verbindet. Das hat direkten Einfluss auf die Kreditvergabeentscheidung von Banken, denn künftig muss bei nicht-grünen Investitionen mit Zinsaufschlägen gerechnet werden. Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden auch für Immobilienkäufer und Häuslebauer immer wichtiger.

Green Building: Nachhaltigkeit bei Immobilienkauf und Hausbau

Die Europäische Union hat mit der im Juli 2020 in Kraft getretenen EU-Taxonomie ein Klassifizierungsverfahren für die Bewertung von Investitionen geschaffen und damit den Druck auch auf die Immobilienbranche und den Bankensektor erhöht, beim Bau und der Sanierung von Gebäuden noch mehr Gewicht auf die Ökobilanz und die damit verbundenen Folgen für den Marktwert der Immobilien zu legen.

Für die Bewertung werden entsprechend die ökologischen und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen verknüpft. Zwar gibt es für beide Bereiche jeweils anerkannte Methoden zur systematischen Bewertung. Doch diese Wertungsmodelle operieren bisher getrennt voneinander und bieten keine systematische Gesamtschau.

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Holzbretter Wood Greentech / Foto:Patrick Robert Doyl, Unsplash

Forschende am Fraunhofer IBP und ein Expertenteam des Software- und Beratungsunternehmens msg GillardonBSM AG wollen dies ändern. Gemeinsam haben die beiden Partner eine Software-Suite entwickelt, die eine differenzierte Ökobilanz und die wirtschaftliche Gesamtrechnung von Gebäuden in einem umfassenden Bewertungsmodell zusammenfasst.

Software erstellt die Ökobilanz

Großen Projektentwicklungsgesellschaften und Bauträgern, aber auch Kreditinstituten, die Immobilien als Sicherheiten bei der Kreditvergabe nutzen, steht nunmehr ein Planungs-Tool inklusive Risikoabschätzung der Immobilie zur Verfügung, das die relevanten ökologischen und wirtschaftlichen Kennzahlen in einer zusammenhängenden Darstellung präsentiert. Dies dient den Banken als objektive Grundlage bei der Vergabe eines Kredits.

Im ersten Schritt kommt das Software-Tool  des Fraunhofer IBP zum Einsatz. Es ermöglicht die lebenszyklusorientierte Planung und Abbildung von Bauwerken. Hier kommt die jahrzehntelange Erfahrung der Fraunhofer-Experten im Bereich Nachhaltigkeit, insbesondere beim umweltfreundlichen Bauen ins Spiel. Dazu gehört beispielsweise die genaue Kenntnis aller eingesetzten Baustoffe.

Datenbanken vieler Baustoffe

Die Fraunhofer-IBP-Expertinnen und -Experten greifen hierbei auf Datenbanken vieler Baustoffe zurück. Die Software bietet die Möglichkeit, aus einem umfangreichen Katalog mit Standardkonstruktionen ein Gebäude zu modellieren, zusätzlich die vorkalkulierten Betriebsparameter einzugeben und im Anschluss das Bauvorhaben auszuwerten.

Auf dieser Grundlage ist es gleichzeitig möglich, individuelle Konstruktionen inklusive Schichtaufbauten anzulegen und in das anstehende Bauprojekt einzufügen. Außerdem gibt es für besonders gebräuchliche Haustypen vorausgefüllte Gebäudeprofile, an denen gegebenenfalls nur noch gezielte Veränderungen, beispielsweise der Energiestandard oder die Bauweise, ausgeführt werden müssen.

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Forrest Holz Greentech / Foto: Oliver Paaske, Unsplash

Eine Architektin oder ein Bauherr ist mit dem Tool in der Lage, schon frühzeitig in der Planungsphase die Umwelteffekte einzelner Baustoffe zu ermitteln und dementsprechend die Auswahl der verwendeten Baustoffe und Materialien zu optimieren.

Das Tool stellt Faktoren wie das Klimawandelpotenzial, aber auch viele anderen Auswirkungen auf die Umwelt mit Kennzahlen dar. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus – von der Entnahme der Ressourcen aus der Natur über die Herstellung und die Nutzungsphase bis hin zur Entsorgung oder dem Recycling – in den Blick genommen.

Risikobewertung für Projektentwickler, Bauträger und Kreditinstitute

Nach der Erstellung der Ökobilanz werden die Daten per Schnittstelle in das gemeinschaftlich entwickelte Software-Modul übertragen und anschließend die ökonomischen Kennzahlen des Projektpartners eingebunden.

Ist das Profil des jeweiligen Bauprojekts oder Gebäudes mit den relevanten ökologischen und ökonomischen Kennzahlen erfasst, kann die Bank oder ein Finanzinstitut das Profil prüfen und dementsprechend ein Kreditangebot machen.

Die Software-Suite der Partner Fraunhofer IBP und msg GillardonBSM ist als Prototyp fertiggestellt. Im nächsten Schritt soll die Lizenzierung für den Markt vorbereitet werden.

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