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Anstoßen für die Umwelt: Startup macht Wodka aus CO2

Klingt wie ein Witz, ist aber keiner: New Yorker Startup macht Wodka aus CO2 / Foto: Envato

Ein Fläschchen Wodka gegen die Klimaerwärmung gefällig? Klingt wie ein Witz, ist aber keiner. Ein amerikanischer Startup hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, aus der Umweltverschmutzung brauchbare Produkte zu zaubern.

Die Firma mit Sitz in Brooklyn, New York, mit dem passenden Namen Air Company, gelang es, Wodka aus CO2 herzustellen.

Wodka-Produktion mit positiver CO2-Bilanz

Alles begann 2017, nachdem Gregory Constantine und Dr. Stafford Sheehan feststellten, dass sie ein gemeinsames Ziel verfolgten: so viel CO2 für die Herstellung von Produkten zu verwenden wie möglich, um das Momentum des Klimawandels zu verlangsamen. 2019 kam es deshalb zur Firmen-Gründung.

Ihr erstes Produkt: der Wodka. Sheehan, der seit Jahren an CO2 Umwandlungs-Technologien arbeitete, stellte den Wodka zuerst mehr oder weniger per Zufall her, denn bei der entwickelten Technologie kam Ethanol heraus, der sich perfekt für das alkoholhaltige Getränk zu eignen schien.

Greentech Startup Wodka Co2

Greentech Startup Air Company verwandelt Co2 in Wodka: Aus Luft, Wasser und Sonne wird Ethanol / Screenshot Air Company / Greentech.Live

Prozess im Photosynthese-Stil: Aus Luft, Wasser und Sonne wird Ethanol

Das von Air Company verwendete CO2 bekommt die Firma primär von den klassischen Alkohol-Herstellern. Sie nutzen also das CO2, dass als Abfallprodukt der traditionellen Alkohol-Produktion entsteht. Mithilfe von Elektrolyse wird dann erst einmal Wasser in seine Komponenten – also Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) – getrennt, um dann mit dem CO2 zusammengeführt zu werden.

h2Nach chemischen Reaktionen im speziell entwickelten Reaktor der Firma, der patentiertes Berufsgeheimnis ist, entstehen schließlich Methanol, Ethanol und Wasser. Nun wird durch klassische Destillation das Wasser und das Methanol entfernt. Zurück bleibt pures und reines Ethanol.

Durch diesen Produktionsprozess muss nicht wie in der klassischen Wodka-Herstellung Stärke oder Hefe gegärt werden, und dadurch fällt die damit verbundene Kohlendioxid-Freisetzung weg. Genau genommen ist die Herstellung des Air Company Wodka sogar CO2 positiv, denn es wird scheinbar mehr Kohlendioxid verbraucht als freigesetzt.

Air Company nutzt CO2 zur Herstellung nützlicher Produkte

Natürlich will Air Company es nicht bei der Herstellung von Wodka belassen. Zu Pandemie-Zeiten schwenkte das Unternehmen zeitweise zur Produktion von Desinfektionsmittel um, das sie an Krankenhäuser und weitere Institutionen spendeten.

Außerdem wandelten sie für die „NASA CO2 Conversion Challange“ Kohlenstoff in Zucker Moleküle um, die unter anderem für Weltraum-Einsätze relevant sein könnten.

Kein Wunder demnach, dass Air Company sowohl Gewinner der eben genannten NASA Challange als auch des „Fast Company’s 2021 World Changing Ideas Awards” wurden.

Ihren Wodka gibt es vorerst nur in New York zu kaufen, für 65 Dollar pro Flasche. Für die Zukunft gibt es zusätzlich die Aussicht, die Technologie für die Produktion von Parfüm oder Reinigungsmitteln einzusetzen.

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