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Zero Waste: Startup nutzt Pasta-Reste für den 3D-Druck

Pasta-Reste für den 3D-Druck

Wer einkaufen geht, achtet wohl kaum auf die Regale, in denen die Produkte ausgestellt sind. Warum auch? Wer käme denn auf die Idee, dass diese beispielsweise aus dem Abfall des präsentierten Produktes bestehen könnten. Genau das aber hat das polnische Startup Greenfill3D umgesetzt. Es nutzt ein Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Teigwaren und Nudeln zurückbleibt: Weizenkleie.

Aus Bio-Abfällen wird Futter für den 3D-Drucker

Aus Weizenkleie-Resten selbst lässt sich natürlich noch lange kein Verkaufsdisplay bauen. Das Abfallprodukt wird aber, wie der Name des Unternehmens bereits anklingen lässt, für den 3D-Druck eingesetzt.

In Zusammenarbeit mit Maspex, einem der größten Lebensmittelhersteller Europas, wird im ersten Schritt des Prozesses erst einmal die rohe Weizenkleie gesammelt und an Greenfill3D geliefert. Danach wird die Weizenkleie gesiebt und getrocknet. Ist diese Vorbereitung abgeschlossen, vermischt man die Weizenkleie mit dem Biokunststoff Polymilchsäure (PLA), um daraus die Basis für den 3D-Druck, das sogenannte Filament, zu erhalten.

Der Aspekt der Nachhaltigkeit von PLA ist zwar umstritten, da für den Anbau der verwendeten Pflanzen einiges an Wasser und Ressourcen verbraucht wird, jedoch ermöglicht es PLA als beste Plastik-Alternative, dass das finale Produkt biologisch abbaubar ist.

Weizenkleie und Biokunststoff für die „Zero-Waste“-Idee

Aus dem zu 20 Prozent aus Weizenkleie bestehenden Filament, genannt GF3D Branfill3d, werden mit Hilfe des 3D-Druckers schließlich die benötigten Teile ausgedruckt und für  Maspex’s Zweck entsprechend Point-of-Sale-Ständer hergestellt. Die einzelnen Teile sind dabei laut dem Startup aufgrund der Faserstruktur der Weizenkleie glatt, belastbar und bis zu einem gewissen Grad relativ flexibel. Zusammengebaut kann der Ausstellungsstand nun für die Zurschaustellung des Originalprodukts – der Pasta – verwendet werden.

Pasta-Reste für den 3D-Druck

Nachhaltiger Werbestand – ein Beispiel für eine zirkuläre Wirtschaft

Greenfill3D setzt bei der Herstellung der 3D-Objekte demnach auf die Idee des „Zero Waste“-Ziels einer zirkulären Wirtschaft, bei dem die bei der Herstellung anfallenden Reste zu einem neuen Produkt upgecycelt werden. „Produktionsabfälle“, so Greenfill3D, „werden, anstatt weggeworfen oder entsorgt zu werden, für die Produktion weit verbreiteter Mittel genutzt, um den Verkauf zu unterstützen.“

Ein netter Beigeschmack – oder eher Geruch – ist nämlich, dass das Material noch lange nach dem 3D-Druck-Prozess nach gebackenem Brot duftet.

An weiteren Anwendungen auf Basis des Weizenkleie-Filaments, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie, arbeitet das polnische Unternehmen bereits. Und es bleibt spannend, mit welchen Ideen zum Thema Nachhaltigkeit das Unternehmen in Zukunft ankommt. Vorerst begeistert der Marketing-Gag, Produkte in Regalen aus dem Produktionsabfall des Produkts anzuwerben, vielleicht jetzt schon den ein oder anderen.

Pasta-Reste für den 3D-Druck

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