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Waste2Value: Treibstoff aus Pizzaresten, Farbstoffe aus CO2 und Sonnenlicht gewinnen

Waste2Value Treibstoff aus Pizzaresten

Bio-Abfall als Treibstoff für die Zukunft: Die Hochschule Kaiserslautern will mit Verbundpartnern die Gewinnung von Wertstoffen aus Abfallprodukten vorantreiben. Dazu kommen nicht nur fleißige Mikroorganismen zum Einsatz, sondern wird nun ein ganzes Kooperationsnetzwerk aufgebaut, das sich Waste2Value nennt.

Schwerpunktmäßig sollen Prozesse erforscht werden, die Bioabfälle in neuartige Biokunststoffe verwandeln. Zum Beispiel mit Hilfe von Algen.

Die Forscher zielen darauf ab, erdölbasierte Erzeugnisse zu ersetzen sein. Rund 25 Prozent aller in Deutschland erzeugten Kunststoffe könnten auf diese klimafreundliche Weise erzeugt werden und dabei jährlich 8 Millionen Tonnen an CO2 einsparen, heißt es zum Projekt. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit bis zu 16 Millionen Euro.

Es geht etwa um Farbstoffe aus CO2 und Sonnenlicht, Treibstoffe aus Pizzaresten, clevere Kunststoffe, die sich selbst abbauen können, Leder aus Pflanzen oder Verbundwerkstoffe mit eingebauter Recycle-Anleitung.

Konkret will Waste2Value traditionelle, aus der Schuh- und Textilindustrie stammende Kompetenzen in Bereichen wie Kleb- und Dichtstoffe, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe mit auf dem Einsatz von Mikroorganismen basierenden Technologien der sogenannten weißen Biotechnologie verbinden, welche in den letzten Jahren an verschiedenen Forschungseinrichtungen der Region etabliert wurden.

Auf dieser Grundlage entwickeln die Bündnispartner mikrobiologische Verfahren für die Umwandlung von Abfall- und Reststoffen in Wertstoffe. Im Fokus stehen biobasierte Grundstoffe (sog. Green Building Blocks) und deren Nutzung in innovativen Kunst- und Klebstoffen sowie smarten Verbundwerkstoffen. Auch die Herstellung hochwertiger biobasierter Zusatzstoffe für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie ist Teil des Vorhabens.

Die bei den neuen Verfahren unweigerlich entstehenden Nebenprodukte sollen nach Angaben der Hochschule optimal stofflich wie auch energetisch verwertet werden, insbesondere durch Umwandlung in chemische Energieträger wie z.B. Methan, Methanol oder Butanol sowie in Biomasse. Damit können die Projektpartner sowohl die Ausnutzung der Rohstoffe verbessern als auch durch die zusätzlichen Erlöse die häufig noch zu hohen Kosten biobasierter Werkstoffe senken.

Langfristiges Ziel sei es, die Produkte am Weltmarkt zu etablieren. Nachhaltigkeit und Schutz des Klimas sollen im Zentrum des Prozesses stehen.

Rheinland-Pfalz und der Europäische Fonds für Regionalentwicklung unterstützen das Projekt, das den Aufbau wichtiger neuer Kompetenzen an der Hochschule Kaiserslautern in diesem Themenbereich zum Ziel hat, im Vorfeld mit einer Summe von 722.000 Euro.

Foto: twenty20photos/Envato Stock

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