Neuer Dienstsitz in Berlin: Neues Haus für Norbert Röttgen - zum 25. Geburtstag des Umweltministerium  Genau 25 Jahre nach Gründung des Bundesumweltministeriums ist am Montag der neue Dienstsitz in Berlin eingeweiht worden. Statt in einem Hochhaus am Alexanderplatz residiert das Ministerium künftig im umgebauten früheren preußischen Landwirtschaftsministerium nahe dem Potsdamer Platz. Einen weiteren Dienstsitz gibt es in Bonn.

„Ich glaube, wir werden uns hier wohlfühlen“, sagte Ressortchef Norbert Röttgen (CDU). Da das Gebäude früher auf der Mauergrenze stand, wurden als Mahnmal Mauerstücke integriert.

Röttgen betonte bei einer Feierstunde vor der offiziellen Übergabe, die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima bildeten den Rahmen für die Umweltpolitik. Diese sei von einem Nischenressort zu einem gestaltenden Teil geworden, betonte Röttgen. „Fortschritt neu denken, das ist die politische Aufgabe und Tat der Zeit“, sagte der Umweltminister.

Dazu gehöre auch, energiesparender zu leben. Derjenige werde Gewinner sein, der mit immer weniger Energie, mit immer weniger Ressourcenverbrauch, das meiste produziere. „Das ist kein deutscher Sonderweg, sondern ein Weg ohne missionarischen Eifer.“ Röttgens Vorgänger Jürgen Trittin (Grüne) lobte die Atomausstiegspläne der Regierung und sagte, es könne sein, dass seine Partei zustimme. Das letzte Wort soll ein Sonderparteitag der Grünen am 25. Juni haben.

Am 6. Juni 1986 hatte Kanzler Helmut Kohl (CDU) nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ein Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet. Erster Minister war der spätere hessische Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU). Es folgten Klaus Töpfer (CDU/1987-1994), Angela Merkel (CDU/1994-1998), Jürgen Trittin (Grüne/1998-2005), Sigmar Gabriel (SPD/2005-2009) und seit 2009 Röttgen.

Da auch ein Teil der Zuständigkeit für Energiefragen zur Arbeit des Ressorts gehört, war neben der Verantwortung für Atomfragen auch der Ausbau der erneuerbaren Energien vom Ministerium in den letzten zehn Jahren vorangetrieben worden. Ein weiterer großer Bereich ist die Klimaschutzpolitik sowie der Einsatz für Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt. Für das laufende Jahr verfügt das Ministerium über 1,636 Milliarden Euro Haushaltsmittel .