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[Atomkraft] Teurer Areva-Ausstieg: Kernfrage kostet Tech-Dino Siemens viel Geld

 [Atomkraft] Teurer Areva-Ausstieg: Kernfrage kostet Tech-Dino Siemens viel Geld  Siemens ; muss für das Ende des gemeinsamen Atomgeschäfts mit dem französischen Staatskonzern Areva tief in die Tasche greifen. Ein Schiedsgericht verhängte in dem seit Monaten dauernden Streit zwischen den ehemaligen Partnern die höchstmögliche Zahlung gegen die Münchner – 648 Millionen Euro muss Siemens den Franzosen erstatten. Wann Siemens aber die schwierige Kernfrage endgültig beantwortet, bleibt offen: Wie wird sich der Konzern nach der Katastrophe in Japan künftig bei der Atomtechnik aufstellen?

Die Entscheidung des Schiedsgericht dürfte die Debatte darum jedenfalls kaum einfacher machen. Bis zum 25. September 2013 darf der deutsche Elektroriese den Franzosen dem Spruch zufolge auf dem Gebiet der Kerntechnik keine Konkurrenz machen. Das ist zwar deutlich kürzer als die zunächst in den Verträgen vereinbarte achtjährige Frist, könnte aber vor allem eine Belastung für die von Siemens angestrebte Partnerschaft mit dem russischen Atomkonzern Rosatom werden.

Eine Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung des Atom-Deals mit den Russen hatte Siemens bisher auch immer mit Blick auf das noch laufende Schiedsgerichtsverfahren vertagt. Nun ist dieses Hindernis aus dem Weg, auch wenn es am Ende teurer wurde, als der Konzern gehofft haben wird. Der Spruch und seine Auswirkungen würden nun erstmal genau geprüft, sagte ein Siemens-Sprecher am Freitag. Dann werde zusammen mit den Russen beraten, was aus dem Projekt wird.

Nach der Atomkatastrophe in Japan hat das Thema Atomkraft auch bei Siemens inzwischen eine andere Bedeutung und wird mit wachsender Skepsis betrachtet. Als der Konzern vor zwei Jahren die Vereinbarung mit Rosatom unterschrieb, knüpfte Siemens-Chef Peter Löscher noch große Hoffnungen an das Kern-Geschäft. „Unser gemeinsames Ziel ist es, weltweit Marktführer im Kernenergiegeschäft zu werden“, hatte Löscher nach seiner Unterschrift unter die Absichtserklärung gesagt.

Nach Japan muss der Konzern nun auch die Lage auf dem Weltmarkt für Kerntechnik neu prüfen – auch wenn etliche Staaten trotz der Katastrophe an der Atomenergie festhalten. „Fukushima muss der Anlass für eine Bestandsaufnahme sein“, hatte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser vor einigen Wochen gesagt. Die Katastrophe in Japan habe die Lage grundlegend verändert. Zumindest der zähe Streit mit Areva ist nun endgültig Geschichte.

Für die Schiedsrichter der Internationalen Handelskammer stand fest: Siemens sei mit dem Ausstieg aus dem Joint Venture mit Areva seinen vertraglichen Pflichten gegenüber dem ehemaligen Partner nicht nachgekommen, wie Siemens am späten Donnerstagabend mitteilte. Die Zahlung von 648 Millionen Euro wird der Konzern im dritten Quartal verbuchen.

Mitte März hatte Areva an Siemens den Kaufpreis des 34-Prozent-Anteils an dem Gemeinschaftsunternehmen überwiesen, rund 1,62 Milliarden Euro. Das Schiedsgericht hatte zu entscheiden, ob Siemens das Geld behalten darf, weitere 40 Prozent bekommt oder einen 40-Prozent-Aufschlag entrichten muss – letzteres ist eingetreten.

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