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Verivox: AKW-Abschaltungen führen zu höheren Strompreisen

Verivox: Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke führt zu höheren Strompreisen

Die vorübergehende Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke kann nach Ansicht von Experten zu höheren Strompreisen führen. „Das Abschalten von Kernkraftwerken wird die Strombörsenpreise vermutlich deutlich ansteigen lassen“, sagte der Sprecher des Verbraucherportals Verivox, Jürgen Scheurer, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien werde sich zwar preisdämpfend auswirken. Das könne den Anstieg der Börsenpreise aber nicht vollständig ausgleichen. „Allerdings haben wir in der Vergangenheit festgestellt, dass die Entwicklung der Börsenpreise durch die Versorger bei den Verbraucherpreisen nicht immer entsprechend weitergegeben werden“, betonte Scheurer. Steigende Börsenpreise müssten daher nicht unmittelbar zu steigenden Verbraucherpreisen führen.

Der Bund der Energieverbraucher erwartet hingegen keine steigenden Strompreise, wenn das Angebot an Atomstrom abnimmt. „Wir haben ohnehin zu viele Kraftwerke am Netz“, sagte der Vorsitzende Aribert Peters der dpa. Die Kraftwerkskapazitäten in Deutschland seien im vergangenen Jahr um 13,5 Gigawatt größer gewesen als die Stromnachfrage, sagte er mit Verweis auf einen Sicherheitsbericht der Bundesregierung.

Die ungenutzten Kraftwerkskapazitäten seien etwa das Doppelte dessen gewesen, was jetzt an Atomkraft vorübergehend stillgelegt werden solle. Allein die 2010 bundesweit neu gebauten Solarstromanlagen hätten eine Kapazität, die denen der sieben abzuschaltenden Atomkraftwerken entspreche. „An der Strombörse gibt es ausreichend zusätzliche Angebote aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, die strompreissenkend wirken“, unterstrich Peters. Ein schneller Atomausstieg würde den Wettbewerb bei der Stromerzeugung verstärken und letztlich auch zu niedrigeren Strompreisen führen.

„Durch einen Anbieterwechsel kann man die Stromrechnung senken und den Atomkonzernen einen Denkzettel verpassen“, betonte Peters. Die vier großen Energiekonzerne in Deutschland seien als Stromverkäufer ersetzbar, bei der Stromerzeugung mit einem Marktanteil von über 80 Prozent „aber leider noch nicht“.

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