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Offshore-Windstrom: Größter Windpark der Welt vor Englands Küste eröffnet

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Vor der Küste Englands ist am Donnerstag der größte Offshore-Windpark der Welt eröffnet worden. Mit der im 35 Quadratkilometer großen Windpark Thanet erzeugten Energie könnten bis zu 200.000 Haushalte mit Strom versorgt werden, teilte der schwedische Energiekonzern Vattenfall mit, der fast eine Milliarde Euro in das Projekt investiert hat.

An der Zeremonie auf hoher See nahm auch der britische Energieminister Chris Huhne teil. Großbritannien wolle „aus der Schmollecke der erneuerbaren Energien“ heraus, sagte der Minister. Das Land werde alles tun, um Investoren anzulocken. Die Regierung erhofft sich von den erneuerbaren Energien einen erheblichen Effekt für den Arbeitsmarkt mit zehntausenden Jobs. Insgesamt sollen 15 Prozent des Stroms 2020 aus erneuerbaren Energien kommen, derzeit sind es zehn, davon fünf Prozent aus Windkraft. Der neue Windpark zwölf Kilometer vor der Küste der Grafschaft Kent löst einen dänischen Offshore-Park als Nummer eins in der Welt ab.

Er wird den Titel aber nicht lange tragen. In Großbritannien sind mehrere Riesen-Windparks mit jeweils mehreren tausend Megawatt Leistung geplant, einer davon direkt an der Themsemündung. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 32.000 Megawatt Offshore-Windleistung installiert werden. Das ist mehr, als Windkraft-„Europameister“ Deutschland derzeit insgesamt an Windenergie erzeugt.

„Tempo und Größe in Großbritannien sind wirklich aufregend“, sagte Vattenfall-Chef Øystein Løseth. An den Projekten sind auch zahlreiche deutsche Unternehmen beteiligt. Allerdings ist der Windkraft-Anteil am Gesamt-Strombedarf mit aktuell fünf Prozent in Großbritannien deutlich niedriger als in Deutschland.

Thanet besteht aus 100 Anlagen mit einer Nennleistung von jeweils drei Megawatt, die Masten der Windräder ragen 115 Meter weit aus dem Wasser. In deutschen Gewässern gibt es bisher nur einen kleinen Offshore-Windpark vor Borkum mit 12 Windrädern der Fünf-Megawatt- Klasse.

Weitere Projekte sind geplant, aber wegen schwieriger Genehmigungsverfahren, des Widerstands von Umweltschützern und natürlicher Gegebenheiten an den deutschen Küsten schwieriger als in Großbritannien. So muss in Deutschland beispielsweise eine Grenze von 30 Kilometern zur Küste eingehalten werden, was den Energietransport deutlich schwieriger macht. Vor der Insel Sylt plant Vattenfall gemeinsam mit den Münchner Stadtwerken ein neues Projekt. Insgesamt will der schwedische Konzern seine Windkraft-Erzeugung bis 2011 im Vergleich zu 2009 verdoppeln.

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