[Life] Foodwatch-Studie: Verbraucher trauen Hersteller-Angaben auf Lebensmitteln nicht mehr

Ampel-kennzeichnung Foodwatch

Die Deutschen trauen den Herstellerhinweisen für Lebensmittel offenbar nicht über den Weg. Mit 55 Prozent zweifeln mehr als die Hälfte der Bürger daran, ob die Produkte tatsächlich das enthalten, was in den Inhaltsangaben vermerkt ist, wie das SGS Institut Fresenius am Mittwoch in Taunusstein unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage mitteilte. Mehr als die Hälfte der Verbraucher glauben außerdem, dass Lebensmittel nicht so gesund sind, wie die Hersteller behaupten. Nur jeder Zehnte vertraut der Industrie und Politik überhaupt in Lebensmittelfragen.

Groß ist bei den Deutschen den Angaben zufolge außerdem die Sorge vor Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten befürchtet, dass auf der Lebensmittelverpackung wichtige Angaben zu den Inhaltsstoffen nur versteckt oder gar nicht angegeben sind beziehungsweise, dass verwendete Zusatzstoffe gesundheitsschädlich sind.

Hinzu kommt, dass nach den Ergebnissen der Studie jeder Zweite (49 Prozent) die Angaben auf den Lebensmittel-Verpackungen weniger oder gar nicht verständlich findet. Vor allem ältere Menschen kämpfen demnach mit den Bezeichnungen.

Drei Viertel (75 Prozent) aller Befragten gaben an, sie würden nicht erkennen, ob ein Produkt gesund sei. 71 Prozent können nach eigenen Angaben zudem nicht einschätzen, ob bestimmte Lebensmittel für Kinder geeignet sind.

Die Studie wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Fresenius durchgeführt.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte, die Hersteller hätten sich die Vertrauenskrise der Verbraucher selbst zuzuschreiben. «Die Lebensmittelproduzenten nehmen die Interessen der Verbraucher nicht ernst, das belegt ihre massive Lobbyarbeit gegen die verbraucherfreundliche Ampelkennzeichnung oder gegen mehr Transparenz bei den Herkunftsangaben», sagte der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Die Politik müsse nun «endlich den Mut aufbringen, Entscheidungen für die Verbraucher auch gegen den Willen von Nestlé, Coca-Cola & Co. durchzusetzen.»

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