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Woche sieben im Öl-Drama am Golf von Mexiko: Druck auf BP erhöht sich – ebenso auf US-Präsident Obama

Brennende Öl-Plattform Deepwater Horizon - Öl-Katastrophe im Golf by deepwaterhorizonresponse/cc

Die US-Regierung erhöht wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexico massiv den Druck auf BP. Die Justizbehörden untersuchen, ob illegale Handlungen des Ölmultis das Desaster verursacht haben. „Wenn unsere Gesetze gebrochen wurden, und dies zu Tod und Zerstörung führt, dann verspreche ich, dass wir die Verantwortlichen vor Gericht bringen“, sagte US-Präsident Barack Obama am Dienstag. US-Justizminister Eric Holder reiste in die betroffene Region, um mit örtlichen Staatsanwälten zu sprechen.

Die Justizbehörden hätten BP aufgefordert, alle Unterlagen zu sichern, die mit dem Unglück in Verbindung stehen, berichteten US- Medien am Dienstag. Mehrere US-Senatoren hatten das Ministerium gedrängt, die Vorfälle vor der Südküste eingehend zu untersuchen. „Wir sind zunehmend frustriert über BP, was die Transparenz angeht“, sagte ein Regierungsbeamter der „Washington Post“. Auch das Vorgehen im Kampf gegen die Ölpest geriet ins Visier der Ermittler – vor allem aus umweltrechtlichen Gründen. BP-Sprecher Andrew Gowers kündigte an, bei allen Ermittlungen „voll zu kooperieren“.

Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war vor knapp sechs Wochen gesunken. Seitdem strömt Stunde um Stunde tonnenweise Öl ins Meer. Für BP auch wirtschaftlich ein heftiger Tiefschlag. Fast eine Milliarde US-Dollar (rund 815 Millionen Euro) habe die Rettungsaktion bisher gekostet, teilte der Konzern mit. BP-Aktien fielen an der Londoner Börse Dienstag zum Teil bis zu 15 Prozent, der Unternehmenswert sank zeitweise um 18 Milliarden Euro. Laut CNN gehen Analysten davon aus, dass der Gesamtschaden für BP auf 22 Milliarden Dollar steigen könnte. Im vergangenen Jahr lag der Gewinn bei etwa 16,5 Milliarden Dollar.

Nachdem die „Top-Kill“ genannte Aktion zum Stopfen der sprudelnden Ölquelle am Wochenende gescheitert war, kam BP am Dienstag mit den Vorbereitungen für einen neuen Versuch voran, das Öl-Leck einzudämmen. Experten wollen mit Hilfe von Robotern in 1500 Meter Tiefe das defekte Steigrohr absägen und einen Auffangbehälter über der Öffnung anbringen. Über ein Rohr soll das gesammelte Öl auf ein Schiff gepumpt werden. „Wir sind bei dieser Operation weit vorangeschritten“, sagte BP-Manager Bod Dudley dem Fernsehsender CNN.

Allerdings könnte die Hurrikansaison dem britischen Ölriesen einen Strich durch die Rechnung machen. Sobald ein Wirbelsturm aufzieht, muss das Rohr zum Schiff gekappt werden, schreibt die „New York Times“. Das Öl würde dann wieder ungehemmt ins Wasser schießen. „Sicherheit geht vor“, kommentierte Gowers das Problem. Das Unternehmen arbeite deshalb bereits an einer weiteren Methode, das Öl aufzufangen. Es will eine zweite, „sturmsichere“ Leitung zur Meeresoberfläche bauen.

Die US-Wetterbehörde NOAA warnte vor einer überdurchschnittlichen Hurrikansaison. Die Stürme würden das Abschöpfen und Verbrennen des Öls auf dem Meer verhindern. Bei ungünstiger Windrichtung drücken sie den Ölteppich an die Küsten. Zudem müssten bei einem Unwetter die Bohrinseln geräumt werden. Die wichtigen Entlastungsbohrungen würden sich in einem solchen Fall um Tage, wenn nicht um Wochen verzögern. Diese Bohrungen gelten als einzige Chance, die sprudelnde Ölquelle dauerhaft zu stoppen. Eigentlich soll das bis August passieren.

Der wegen des Öl-Dramas unter Druck geratene Obama distanzierte sich derweil weiter von BP. Das Weiße Haus habe verfügt, dass der Einsatzleiter der US-Regierung, Thad Allen, künftig bei Pressekonferenzen nicht mehr an der Seite von BP-Offiziellen auftreten darf, schreibt das „Wall Street Journal“. Der Admiral der Küstenwache werde künftig die Stellungnahmen der Regierung allein abgeben.

[TechFieber Green/mei / Foto deepwaterhorizonresponse/cc]

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