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[GreentechNews] Solar Millennium: Deloitte soll Bilanzierungs-Praxis prüfen

greentickerDer Solarkraftwerksbauer Solar Millennium schaltet wegen der anhaltenden Gerüchte über angebliche Bilanzierungstricksexterne Wirtschaftsprüfer ein. Die renommierte Gesellschaft Deloitte solle die Abschlüsse der vergangenen fünf Jahre im Rahmen einer Sonderprüfungkontrollieren, „um alle Zweifel restlos auszuräumen“, teilte das Unternehmen heute in Erlangen mit.

Das habe der Aufsichtsrat am Wochenende auf Bitten desVorstandes beschlossen. Zudem soll Deloitte mit der Prüfung desJahresabschlusses 2009/2010 beauftragt werden. Die zuletzt um rund ein Drittel abgestürzte Aktie legte nach der Mitteilung rund 4,6 Prozent zu.

Zweifel an der Substanz des Unternehmens waren in der vergangene Woche gewachsen, nachdem der erst seit Jahresbeginn amtierende Vorstandsvorsitzende Utz Claassen völlig überraschend zurückgetreten war. Der frühere EnBW-Chef hatte, nachdem er zunächst keine Gründe für seinen Abschied genannt hatte, später über seinen Anwalt ausrichten lassen, dass es unterschiedlicheVorstellungen von Unternehmensführung und -kultur gegeben habe. In den vergangenen Monaten hatte die „Wirtschaftswoche“ wiederholt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichtet. Auch von Analysten musste sich das Unternehmen kritische Fragen anhören.

KRITIKER BEMÄNGELN MANGELNDE TRANSPARENZ

Das Unternehmen hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und die vermeintlichen Ungereimtheiten mit dem Geschäftsmodell der Gesellschaft erklärt. Sie deckt von der Projektentwicklung und -finanzierung, über den Kraftwerksbau,bis hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte Wertschöpfungskette ab. Einen wesentlichen Teil des Umsatzes verbucht Solar Millennium bereits vor Baubeginn eines Kraftwerks. Kritiker halten dieses Modellfür wenig transparent, weil nicht immer deutlich werde, wann tatsächlich Geld fließt.

Die besondere Herausforderung bei Solar Millennium ist, dass die Projekte weit größer sind als das Unternehmen. So will die Gesellschaft mehrere Riesen-Kraftwerke in den USA mit jeweils mehr als einer Milliarde Euro Investitionssumme bauen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 hatte SolarMillennium den Umsatz auf gut 153 Millionen Euro fast verfünffacht. Hinzu kamen Sondererlöse von 48 Millionen Euro durch den Verkauf von Beteiligungen anKraftwerken. Unter dem Strich blieben 24 Millionen Euro als Gewinn. Im laufendenJahr soll der Umsatz auf 350 Millionen Euro steigen.

[TechFieber Green/mei/dpa]

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