[Feature] Radio 2.0: Fit für die digitale Zukunft – WDR-Eins Live wird 15 Jahre alt

WDR Eins Live «Nicht rumdudeln, nicht anwanzen!» hatte der damalige WDR-Hörfunkdirektor Fritz Pleitgen dem kleinen Gründungsteam von Eins Live mit auf den Weg gegeben. Am Donnerstag (1. April) wird das junge Radio des WDR 15 Jahre alt. Mit einem Marktanteil von 20,8 Prozent ist es in diesem Jahr so erfolgreich wie nie zuvor in seiner Geschichte. «Als wir anfingen, gab es keine Quoten-Vorgabe», erinnert sich Eins-Live-Programmchef Jochen Rausch im Gespräch mit ddp. «Wir sollten vor allem beweisen, dass auch der öffentlich-rechtliche WDR ein gutes und erfolgreiches Programm für junge Hörer machen kann».

Heute schalten wochentags im Schnitt 3,35 Millionen Menschen Eins Live ein, das stets mehr als ein typisches Jugendradio sein wollte. «Man kann kein Radio ausschließlich für die 15- bis 19-Jährigen machen», ist Rausch überzeugt. «Als wir starteten, waren unsere Durchschnittshörer 25 Jahre alt, heute sind sie etwa 32. Sie sind mit uns älter geworden, und wir haben noch etliche Junge dazu gewonnen.»

Ohnehin sei der Fokus inzwischen weniger auf eine Altersgruppe, sondern auf ein «Lifestyle»-Milieu gerichtet, das sich ein junges Lebensgefühl bewahrt habe. Dieses Klientel findet sich in der Mischung aus Musik, viel Information und Comedy wieder. «Jeder zweite Hörer ist jünger als 30, aber uns schalten auch die Über-50-Jährigen ein», betont Rausch.

Der Programmchef ist überzeugt, dass Themen für Jung und Alt gleichermaßen interessant sein können, wenn sie entsprechend aufbereitet sind. «Die meisten unserer rund 50 fest angestellten Mitarbeiter sind selbst Mitte bis Ende 20. Sie holen die Themen ins Radio, die ihre Generation bewegen und fragen sich, wie sie sich am besten umsetzen lassen.»

Obwohl nur noch 60 Prozent der jungen Leute Radio hören, sieht Rausch Eins Live auch für die Zukunft gerüstet: «Wir sind mitten in einer digitalen Revolution und wissen noch nicht, wie sich die Medienwelt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aber auch im digitalen Zeitalter kommt es auf die Inhalte an. Deshalb arbeiten wir täglich daran, authentisch zu bleiben und den Hörern etwas zu bieten, was sie sonst nirgendwo finden.»

Am Freitag (2. April) erinnert Eins Live von 6.00 bis 21.00 Uhr an die Höhepunkte der Sendergeschichte aus den vergangenen 15 Jahren, wobei jedem Jahr eine Stunde gewidmet ist.

tf/mei/ddp

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