[business] Banken: HGAA-Kauf durch BayernLB ohne Ausfallgarantien «wie besichtigt»

Der spätere Landesbank-Vorstandschef Michael Kemmer hat offenbar frühzeitig vor Risiken beim Kauf der maroden Hypo Group Alpe Adria (HGAA) gewarnt. Wie der «Stern» berichtet, hat das damalige Vorstandsmitglied noch vor Zahlung des Kaufpreises im September 2007 in einer internen Mail geschrieben: «Wir sollten möglichst zeitnah Klarheit über das Ausfallrisiko erhalten.» Kemmer wollte dem Magazin zufolge wissen, ob die Verkäufer, darunter das österreichische Bundesland Kärnten, dafür gerade stehen müssen, falls die HGAA weniger wert sein sollte, als zunächst angenommen.

Als Antwort hat Kemmer laut Bericht von seinen Mitarbeitern erhalten: «Alle Forderungen nach Garantien bzw. Wertanpassungsklauseln wurden von der Verkäuferseite strikt abgelehnt.» Es sei gekauft worden «wie besichtigt».

Später erwies sich die HGAA als Milliardenloch. Dem Freistaat Bayern entstanden durch den Kauf mindestens 3,75 Milliarden Euro Schaden. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen ehemalige Vorstandsmitglieder wegen Verdachts auf Untreue. Zudem befasst sich ein Untersuchungsausschuss des Landtags mit den Umständen des HGAA-Kaufs und den Verwicklungen von CSU-Spitzenpolitikern in das Geschäft.

tf/mei/ddp

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