Im Roboter-Bus durch Berlin: Forschungsprojekt „Shuttles & Co“

Neues Forschungsprojekt „Shuttles & Co – Digitales Testfeld Stadtverkehr“ der TU Berlin lässt zukünftig Bürger mit automatisierten Bussen durch Alt-Tegel befördern.

Automatisiert fahrende Fahrzeuge bringen für das bisherige Verkehrssystem erhebliche Veränderungen mit sich. Vor allem an autonome und vernetzte Autos und Busse, die im städtischen Personennahverkehr eingesetzt werden sollen, werden als Massenverkehrsmittel hohe Ansprüche und Erwartungen von vielen Nutzergruppen gestellt.

Automatisierte Elektro-Kleinbusse im Berliner Stadtverkehr

Um die Gestaltung des Mobilitätssystems von Morgen voranzutreiben, wird bis Ende 2021 im von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) geleiteten Forschungsprojekt „Shuttles & Co – Digitales Testfeld Stadtverkehr“ das Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) und das Daimler-Center for Automotive IT Innovations (DCAITI) der TU Berlin hochautomatisierte Elektro-Kleinbusse im Berliner Stadtverkehr erproben, technische und infrastrukturelle Anforderungen testen sowie die Akzeptanz der Nutzer*innen, Anwohnenden und weiterer Interessengruppen untersuchen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Projekt mit insgesamt 13 Millionen Euro, davon gehen 1,3 Millionen Euro an die TU Berlin.

Roboter-Bus Berlin ab Juli 2020

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Shuttles & Co“ sollen ab Juli 2020 drei hochautomatisiert fahrende Elektro-Kleinbusse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Fahrgäste kostenlos auf Routen durch Alt-Tegel befördern. Die Flotte wird für 18 Monate im öffentlichen Straßenverkehr in einem Wohngebiet eingesetzt und damit im realen urbanen Straßenraum erprobt.

Um dem Anspruch einer qualitativ hochwertigen Bürgerbeteiligung gerecht zu werden, soll die breite Öffentlichkeit über Informations- und Austauschforen einbezogen werden. Ziel ist es, die unterschiedlichen Nutzergruppen zu identifizieren, deren verschiedene Nutzererwartungen zu erfassen und Akzeptanzprobleme zu analysieren. Mittels einer Bürger*innenkonferenz und Projektwerkstätten sollen später Handlungsempfehlungen für zentrale politisch-technische Zukunftsfragen erarbeiten werden.

Fakultätsübergreifende Forschungs für  Mobilitäts-, Energie- und Sicherheitslösungen

Das Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) ist ein zentrales, fakultätsübergreifendes Forschungsinstitut der TU Berlin mit Schwerpunkten auf der Mobilitäts-, Energie- und Sicherheitsforschung, Zukunftsforschung sowie partizipativen Methoden. Der Bereich „Mobilität und Raum“ am ZTG forscht zu Fragen der Personenmobilität und des Wirtschaftsverkehrs. Dabei werden Instrumente und Methoden der klassischen Verkehrswissenschaft, der Stadt- und Regionalplanung, der Sozial- und Umweltforschung, der Verhaltensforschung, Evaluations- und Partizipationsforschung aufgabengerecht miteinander verbunden.

Das Daimler-Center for Automotive IT Innovations (DCAITI) ist ein von Daimler gegründetes An-Institut der TU Berlin. Es führt vorwettbewerbliche Forschung in den Bereichen Vernetzung und Automatisierung durch und ist mit Daimler auch in öffentlich geförderten Projekten aktiv.

Im Projekt wird das DCAITI in enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut FOKUS die Lokalisierung und Perzeption sowie die kontinuierliche Datenerfassung und -auswertung im Testgebiet weiterentwickeln. Hauptziel ist das sichere, effiziente und komfortable autonome Fahren unter Beachtung des dynamischen Verkehrs, kooperativer Fahrzeuge und Verkehrsinfrastruktur, sowohl in Regel- wie auch in Ausnahmefällen.

Foto: Daimler

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