Elektrifizierung der Luftfahrt: Startups pushen Innovation #Studie

Oktober 10, 2017 | Author: MotorBlog.de | am

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Elektrifizierung der Luftfahrt: Startups pushen Innovation #Studie

Immer mehr Systeme an Bord von Flugzeugen werden auf elektrische Antriebe umgestellt. Auch die ersten voll- oder teilelektrisch
angetriebenen Luftfahrzeuge sind bereits im Test oder im Zulassungsverfahren, etwa ein autonom fliegendes Air-Taxi, das
kürzlich in Dubai vorgestellt wurde.

Dabei sind es meist Start-ups oder kleine Akteure die an Projekten für elektrische Flugzeugantriebe arbeiten; die traditionellen Flugzeugbauer sind bisher nur am Rande beteiligt.

Doch die Industrie darf die Entwicklung nicht
unterschätzen und sollte sich auf diesen Wandel vorbereiten, so die
neue Roland Berger-Studie „Aircraft Electrical Propulsion – The Next
Chapter of Aviation?“.

„Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wann elektrisch angetriebene
Flugzeuge Normalität sein werden“, sagt Manfred Hader, Partner von
Roland Berger. „In den nächsten Jahrzehnten wird sich die Luftfahrt
stark verändern.“ Dabei kommen immer neue Akteure ins Spiel. So haben
die Roland Berger-Experten 70 Elektromodell-Projekte unter die Lupe
genommen: Fast die Hälfte (46%) davon wird von Start-ups oder
unabhängigen Entwicklern betrieben. Nur in 18 Prozent der Fälle sind
die großen Flugzeughersteller beteiligt. Ein Fehler, meint Hader:
„Die traditionelle Luftfahrtindustrie sollte die Entwicklung nicht
nur genau beobachten, sondern sich aktiv einbringen und frühzeitig
geeignete Partnerschaften, zum Beispiel mit Start-ups, eingehen.“

Technischer Fortschritt gibt die Richtung vor

Zwar hat die Entwicklung hin zum elektrischen Fliegen erst angefangen
und es gibt noch einige Hürden auf dem Weg. Da ist zum einen der
Markt: Da elektrische Antriebe zunächst nur für Kurzstrecken infrage
kommen, ist die Nachfrage klein. Dazu kommen technische
Herausforderungen: Für den breiten Einsatz voll- und
hybridelektrischer Systeme im Flugzeugbau muss vor allem die
Speicherdichte von Batterien deutlich steigen. Zudem sind leichte und
gleichzeitig leistungsstarke Motoren nötig, die auch völlig neue
Bauweisen, zum Beispiel mit mehreren Propellern, erlauben. Denn: „Für
das elektrische Fliegen reicht es nicht, einfach heutige
Flugzeugmodelle auf Elektromotoren umzustellen“, sagt Hader. „Das
gesamte Flugzeugdesign muss energieeffizienter werden.“

Doch der Fortschritt geht bereits in die richtige Richtung. So
erwarten die Roland Berger-Experten, dass die Speicherdichte von
Batterien ab 2025 den Wert von 0,5 Kilowattstunden pro Kilogramm
erreicht. Ab diesem Wert ist ein sinnvoller Einsatz der Batterien in
der Luftfahrt möglich. „Bei den langen Entwicklungszeiträumen im
Flugzeugbau ist das nicht mehr so weit entfernt“, sagt Hader. „Das
zeigt, dass die Flugzeugbauer sich schon jetzt mit diesem Trend
befassen sollten, sonst kommen sie möglicherweise zu spät.“

Regulierung muss mit Wandel Schritt halten

Auch die Behörden haben dies erkannt: In den vergangenen Monaten
haben sowohl die amerikanische (FAA) als auch die europäische
Luftfahrtbehörde (EASA) elektrische Antriebe für Flugzeuge
grundsätzlich zugelassen. „Damit öffnen sich Möglichkeiten für die
Entwicklung neuer Systeme in der Luftfahrt“, sagt Hader. „Jetzt muss
die Regulierung weiter Schritt halten mit der technologischen
Entwicklung und den Übergang optimal begleiten.“ Im Zentrum stehen
dabei Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme.

Wie schnell und weitgehend die Luftfahrt elektrifiziert wird, hängt
also von verschiedenen Faktoren ab. Die Roland Berger-Experten halten
vier Szenarien für möglich: von der langsamen Evolution bis hin zur
Revolution durch die schnelle Entwicklung neuer Technologien, die
auch für große Flugzeuge hybridelektrische oder sogar vollelektrische
Antriebe ermöglichen. „Unsere Szenarien zeigen die Bandbreite der
möglichen Entwicklungen“, sagt Hader. „Auch wenn noch offen ist,
welches davon letztendlich eintritt: Tatsache ist, dass die Luftfahrt
sich wandeln wird. Darauf muss sich die Industrie einstellen, je
früher desto besser.“

Die vollständige Studie finden Sie unter
www.rolandberger.de/pressemitteilungen

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