Schlaflos in Albany: New York Auto Show per Autobus

Schlaflos in Albany: New York Auto Show per Autobus

Wo verdammt geht’s nach Montreal? Gate 405? Oder 243? Im Busbahnhof von New York gibt es keine Anzeigetafel. Keine Hinweißschilder. „Greyhound fährt zwei Stockwerke tiefer ab“, sagt ein Sicherheitsmann. Das ist es, was den „Port Authority Bus Terminal“ zu einem Labyrinth macht. Busse fahren über Tunnel und Rampen ein und aus. Reisende, die erstmals hier ankommen, haben Mühe, den Weg auf die 42. Straße zu finden. Wer abreist, findet den Weg zum Bus kaum.

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Unten sind tatsächlich einige Türen mit „Arrival Greyhound“ gekennzeichnet. Von „Departure“ steht da nichts. Zwei Männer sind an ihren Pullovern als Mitarbeiter des Busterminals zu erkennen und lungern an einer Art Tresen herum. „Montreal? Die 28“, sagt einer mit einem Blick, als sei die Frage nach dem richtigen Gate die dümmste der Welt. Über der Tür hängt eine kleine Kanada-Flagge.

Wir waren mit dem Bus zur New York Auto Show (NYIAS) gekommen. Jetzt soll uns der Nachtbus zurück nach Montreal bringen. Der verlässt New York pünktlich um 23 Uhr.

Im Bus wird es still. Fahrgäste kuscheln sich in mitgebrachte Decken und Kissen, fast alle Plätze sind belegt, der Busfahrer ist gut gelaunt: „Hey Leute, auf nach Montreal.“ Erst leise, dann immer lauter fängt eine Frau an zu schnarchen. Sie wird damit bis zum Stopp in Albany nicht aufhören.

Es muss diesen Ort Albany tatsächlich geben. Es ist 01:30 Uhr, als der Bus irgendwo in der Dunkelheit hält. „Alle aussteigen!“, weckt der Fahrer. Die Reisenden trotten in eine schäbige Wartehalle, wo sie 20 Minuten ausharren müssen. Auf zu wenigen Metallbänken dösen bereits Menschen, die auf dem Weg nach Boston sind.

Der nächste Weckruf um 5 Uhr. „Duty free. 15 Minuten Zeit zum Einkaufen“, sagt der Busfahrer. Drei Fahrgäste gehen aufs Klo, vier junge Franzosen in den Laden. Die übrigen Fahrgäste bleiben im Bus. Offenbar überqueren sie die Grenze zwischen den USA und Kanada zu häufig, als dass günstige Zigaretten und Parfums sie locken könnten.

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Drei kanadische Grenzpolizisten kontrollieren die Pässe. Wohin, woher, wie lange – sie stellen die üblichen Fragen und bekomme die üblichen Antworten. Bei der Hinfahrt hatte der US-Polizist ebenfalls nach dem Wohin gefragt. „Zur Auto Show nach New York.“ „Gibt es da etwas Interessantes?“ „Mercedes, Porsche…“ „Nichts für uns kleine Leute!“, hatte er gedonnert und uns lachend ins Land gewinkt.

Um 6:30 Uhr fährt der Greyhound im Busbahnhof von Montreal ein. Der „Gare d’autocars de Montréal“ ist ebenerdig und hell, es gibt Anzeigetafeln wie in einem Flughafen. Eine Durchsage nennt die Verbindungen zu mehreren Städte Kanadas.

Allerdings ausschließlich auf Französisch.

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