NAIAS Nachlese | Niedergang Detroits: „That’s The D, man“

That’s The D, man

Rodney sitzt in einem weinroten Van, die Scheibe heruntergekurbelt, in der Hand ein Bündel Dollarnoten. „Man, wenn ich nicht hier wäre, würden die Diebe kommen“, sagt er und schickt ein dreckiges Lachen hinterher. „That’s Detroit, Man.“

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„Security“ steht auf Rodneys Schildkappe, er ist der Wachmann auf diesem kleinen Parkplatz, der allenfalls 30 Autos fasst. Was diesen Ort besonders macht, ist die mächtige Ruine, die in wenigen hundert Metern aufragt: die Central Station.

Einst einer der größten Bahnhöfe Nordamerikas, rottet das Gebäude seit zwei Jahrzehnten vor sich hin. Wenige Güterzüge schieben sich heute hinter dem Bau über die Schienen. Für Viele symbolisiert die Central Station den Niedergang Detroits. Reiseführer nennen ihn eine der Attraktionen der Stadt.

Doch es sind nicht die Mietwagen von Touristen, die Rodney an diesem Tag bewacht, sondern die von Detroitern, die in einem kleinen Lokal an der Ecke zu Mittag essen. Drei Dollar ist ihnen Rodneys Wachdienst wert.

Rodney, so gefährlich kann es hier nicht sein! „Doch. That’s The D, man“, sagt er. Es gibt gefährliche Typen. Nicht weit hinter den Bahngleisen fange eine unsichere Gegend an.

Einmal habe jemand versucht, von einem Wagen Reifen zu klauen. Am helllichten Tag. Rodney hat ihn in die Flucht geschlagen. „That’s The D, man!“

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