Wasserstoff tanken: Bund und Industrie planen bundesweites Tankstellen-Netz

Juni 20, 2012

Bund und Industrie wollen Medienberichten zufolge ein bundesweites Netz von Wasserstoff-Tankstellen hochziehen, um den schleppenden Absatz von Autos mit alternativen Antrieben voranzutreiben. Bis 2015 seien zunächst 50 zusätzliche Stationen geplant, berichten die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und die “Welt” (Mittwoch) übereinstimmend. Bisher gibt es laut “Welt” erst 14 öffentlich zugängliche Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland. Der Bund fördere die Aufstockung mit 20 Millionen Euro.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will das Konzept gemeinsam mit Unternehmensvertretern am Vormittag in Berlin vorstellen. Brennstoffzellen mit Wasserstoff gelten neben Elektro-Batterien als vielversprechende Technologie für neue Fahrzeugantriebe. Am Nachmittag zieht dann die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), eine Initiative von Industrie, Wissenschaft, Politik und Gewerkschaften, eine Zwischenbilanz zu den Fortschritten bei Elektroautos.

Die dürfte eher skeptisch ausfallen: Denn die Initiative sieht ohne zusätzliche Förderung das Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 als gefährdet an. Mit den derzeitigen Rahmenbedingungen seien nur rund 600.000 Autos zu schaffen, heißt es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und der Bundesregierung am Nachmittag überreicht werden soll.

Der Vorsitzende der NPE, der frühere SAP-Chef Henning Kagermann, bleibt dennoch optimistisch. “Elektromobilität wird kommen”, sagte er dem “Handelsblatt” (Mittwoch). Es sei wichtig, dass Deutschland keine Autos mit Subventionen auf den Markt drücke, bevor die Fahrzeuge wirklich massentauglich und die Infrastruktur ausreichend sei. “Wir wollen keinen Subventionswettlauf”, betonte Kagermann.

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