[Feature] Der neue Volvo XC 70 D3 AWD: Entspannter Partner mit SUV-Stil und rustikalem Kleid

VOLVO XC 70 D3 2010

Im Volvo XC 70 will der Hersteller mit SUV-Elementen und Kombi-Karosserie das Beste aus zwei Welten vereinen. Kunststoffbeplankt und mit 21 Zentimetern Bodenfreiheit versehen bietet der rustikal gekleidete Cross-Country (XC) Stärken, die man insbesondere bei schlechten Wegverhältnissen und unangenehmen Witterungsbedingungen rasch schätzen lernt. Selbst in solchen Situationen dominiert souveräne Gelassenheit die Reise, und der Fahrer wird nicht unnötig strapaziert.

Den entspannten Charakter unterstützt der Fünf-Zylinder-Turbodiesel. Überschäumendes Temperament sollte man allerdings von dem 163 PS starken Kombi nicht erwarten. Die Sechsgang-Automatik schickt die Kraft nur recht zäh an die jeweiligen Antriebsräder, unterstützt von einer elektronischen Haldex-Kupplung. Im Extremfall kann die Hinterachse mit 65 Prozent der Kraft versorgt werden. Unermüdlich arbeitet sich der XC 70 damit in mittelschwerem Terrain voran und scheut auch vor gröberen Passagen nicht zurück. Für abschüssiges Gelände hat er serienmäßig eine Bergabfahrhilfe an Bord. Grenzen setzen allerdings der lange Radstand und der recht kleine Rampenwinkel.

Volvos Ingenieure haben die Fahreigenschaften sicherheitsbetont und straff definiert. Wer mag, kann die Grundeinstellungen variieren. Das elektronische Fahrwerk ist mit drei Abstimmungsstufen ausgestattet. Bei dieser Fahrwerksregelung überwachen zahlreiche Sensoren permanent den aktuellen Fahrzustand. Die Abstimmung der Stoßdämpfer wird in Sekundenbruchteilen der aktuellen Fahrsituation und Geschwindigkeit angepasst. Weniger erfreulich: Der Benzinverbrauch pendelt um 9,4 Liter – laut Werksangabe 6,8 Liter -, und eine spritsparende Start-Stopp-Elektronik besitzt dieser Volvo nicht.

Volvo-typisch wurde im Cross Country um Passagiere und Fahrer ein Schutzwall aus Sicherheitssystemen und elektronischen Helfern konstruiert. Wer beispielsweise den mit Abstandsradar kombinierten Tempomat aktiviert, fährt selbst unter schlechten Sichtbedingungen mit genügend Sicherheitsreserven und ohne große Anstrengungen.

Klarheit und Geradlinigkeit dominieren

In der gehobenen Kombi-Klasse nimmt der Volvo hierzulande eine Sonderstellung ein. Schon sein geringer Verbreitungsgrad sorgt für Individualität und Exklusivität. Die Verarbeitung des Wagens wirkt überzeugend: Die Oberflächenmaterialien im Innenraum sehen gut aus und fühlen sich auch gut an. Entsprechend der Designphilosophie herrscht allenthalben Klarheit und Geradlinigkeit. Die Cockpit-Instrumente offerieren einen kleinen Gag: Die Zeiger der beiden Rundinstrumente sind so konstruiert, dass im Zentrum der Ziffernblätter eine kreisrunde Fläche für weitere Anzeigen bleibt. Allerdings leidet die Ablesbarkeit diverser Displays bei schlechten Lichtverhältnissen.

Die Bedienelemente sind gut platziert. Ihre Funktion erschließt sich ohne größere Versuche und Überlegungen. Lediglich auf der Mittelkonsole, bei der Telefontastatur, herrscht unangebrachte Kleinteiligkeit. Während der Fahrt verlangen diese Tasten erhöhte Aufmerksamkeit. Die Einstellung der Lordosenstütze verlangt zudem eine Gelenkkonstruktion, die der menschliche Bauplan nicht vorsieht. Am besten lässt man sich vom Beifahrersitz aus die gewünschte Unterstützung der Wirbelsäule justieren.

Die Heckklappe lässt sich elektrisch öffnen

Personen unterschiedlichster Statur finden einen bequemen Platz im XC70 – sportliche Naturen würden sich allerdings mehr Seitenhalt auf den Vordersitzen wünschen. Im Fond herrscht ebenfalls keine Enge, und die wenig konturierte Rücksitzbank hat den Vorteil, dass drei Personen auf ihr bequem sitzen können. Sehr angenehm, wenn man vom Einkauf mit Tüten beladen den Parkplatz ansteuert: Die Heckklappe lässt sich elektrisch öffnen und wieder verschließen.

Das Thema passive Sicherheit ist bereits ab Werk umfangreich berücksichtigt worden: Das Seitenaufprall-Schutzsystem SIPS, das Schleudertrauma-Schutzsystem WHIPS, sechs Airbags, Gurtstraffer auf allen Plätzen, ESP, ABS, Bremsassistent und Dual-Xenon-Scheinwerfer samt dynamischem Kurvenlicht gehören zum Standardumfang. Neben sechs Airbags, aktiven Kopfstützen und dem Schleuderschutz ESP gibt es auch ein Radarauge für den toten Winkel, zudem wacht die Elektronik über die Einhaltung der Spur. Und falls man zu dicht auffährt, flackert erst ein Warnlicht in der Frontscheibe, dann schlägt das System akustisch Alarm.

Ein weiteres Plus des 4,84 Meter langen Volvo ist sein ebenso großer wie praktischer Laderaum. Er fasst 575 Liter und kann auf bis zu 1.600 Liter erweitert werden. Viele Details – von der dreigeteilten Rückbank über die hydraulisch bewegte Luke zum Souterrain bis hin zu den Befestigungssystemen in Boden und Wänden – zeugen davon, dass Volvo fünf Jahrzehnte Erfahrung mit Kombimodellen besitzt.

So ist Volvos Allrad-Kombi in der Summe seiner Eigenschaften ein angenehmer und komfortabler Partner, dessen Eigenarten man rasch schätzen lernt. Bis auf eine: Schmutzige Strümpfe oder Hosenbeine sind angesichts der hohen und breiten Türschweller schier vorprogrammiert.

tf/mei/dapd

>> Alle Artikel zum „Schwerpunkt Volvo“ bei TechFieber Motor / MotorFieber

No Responses

  1. Pingback: Volvo XC70 D3 « swecars 17. Februar 2011

Leave a Reply