ADAC fordert mehr Toleranz im Straßenverkehr: Es könnte die eigene Oma sein

Im Straßenverkehr geht es oft aggressiv zur Sache. Deshalb ruft der ADAC zu mehr Umsicht und Toleranz auf – und empfiehlt, in Gedanken die eigenen Verwandten zu sehen.

ADAC-Verkehrsexperte Jörg Becker forderte die Autofahrer zu Verständnis und Gelassenheit auf, wenn für einen Senioren oder Gehbehinderten die Grünphase an der Ampel mal nicht ausreiche. «Jeder Fahrer sollte darüber nachdenken, dass es seine Oma oder sein Kind sein kann, die gerade die Straße überqueren.»

Becker kritisierte auch viele Fußgänger, die noch loslaufen, wenn ihre Ampel gerade auf Rot umgeschaltet hat. Dann reiche die Zeit natürlich nicht, um die Fahrbahn rechtzeitig zu überqueren und es könne zu gefährlichen Situationen kommen. «Wir vom ADAC fordern alle Verkehrsteilnehmer auf, aufeinander Rücksicht zu nehmen, tolerant und verständnisvoll zu sein», sagte er.

Carsten Zorger, ADAC-Pressechef in Berlin/Brandenburg, fügte hinzu: «Das ist auch eine Mentalitätsfrage.» In Berlin und Deutschland würden die Menschen mit Verkehrsstaus und roten Ampeln nicht so locker umgehen wie in anderen Städten und Ländern. Auch Zorger plädierte für mehr Gelassenheit. «Im Straßenverkehr sind bei uns sehr viele Bürger egozentrisch. Ein menschliches Miteinander hätte für alle deutliche Vorteile.»

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