Autobahnen gelten zu Recht als die sichersten Straßen in Deutschland. Schwachstellen sind allerdings – neben den Anschlussstellen – vor allem Baustellenbereiche. Dort kommt es zu Störungen im Verkehrsablauf und immer wieder zu schweren Unfällen. Bei einer im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin durchgeführten Studie der Technischen Universität Dresden wurde das Unfallgeschehen an zwölf Baustellen mit einer Gesamtlänge von 68 Kilometern analysiert. Fünf Baustellen wurden außerdem einer detaillierten Untersuchung unterzogen. «Die Ergebnisse zeigen, dass Unfälle in Baustellenbereichen im Vergleich zu baustellenfreien Autobahnabschnitten weniger schwer sind», fasst UDV-Leiter Siegfried Brockmann das Analyseergebnis zusammen. Maßgeblich seien die geringeren Fahrgeschwindigkeiten. Die Länge der Baustelle spiele beim Unfallgeschehen keine Rolle.
Es fällt auf, dass die Strecken innerhalb der Baustellen unabhängig von ihrer Breite und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit eher unfallunauffällig sind. Sie sind sogar sicherer als Autobahnabschnitte ohne Baustellen. «Besondere Probleme bestehen innerhalb der Baustellen an Überleitungen und Verschwenkungen sowie an Behelfs-Anschlussstellen», berichtet Brockmann: «Hier kommt es bis zu sechsmal häufiger zu Unfällen als auf Autobahnabschnitten ohne Baustellen.»
Auch das Ende von Baustellen mit Verschwenkung und Aufhebung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit erweist sich als besonders unfallauffällig. Anscheinend führt das schon zu erkennende Schild «Aufhebung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit» zu starken Beschleunigungen und großen Streuungen der Geschwindigkeiten am Baustellenende, vermuten die Unfallforscher.
Neben der Bestandsaufnahme haben Brockmann und seine Mitarbeiter auch Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit in Autobahnbaustellen erarbeitet. So sollte die Reduzierung der Fahrstreifenanzahl im Annäherungsbereich der Baustellen frühzeitig erfolgen. Verschwenkungen und Überleitungen sollten verdeutlicht werden. Nicht vermeidbare Behelfsanschlussstellen müssten deutlich erkennbar und mit Verzögerungsstreifen ausgestattet sein. «Schließlich sollte am Baustellenende die zulässige Höchstgeschwindigkeit stufenweise angehoben werden», schlagen die Unfallforscher vor.
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