
Nach der drastischen Anhebung der Bußgelder für Alkohol am Steuer sind die polizeilich registrierten Trunkenheitsfahrten bundesweit stark zurückgegangen. Das geht nach Recherchen der «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe) aus Daten von Polizei und Innenministerien der einzelnen Bundesländer hervor.
Besonders auffällig sei die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden 2009 mit 8951 Fällen rund 14 Prozent weniger Alkoholfahrten aufgenommen.
Aber auch in Ländern wie Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern reduzierte sich die Zahl der Alkoholfahrten im Vergleich zu 2008 deutlich. In Brandenburg schrumpfte sie dem Bericht zufolge um 13 Prozent auf 7623 Fälle, in Mecklenburg-Vorpommern um 8 Prozent auf 4261 registrierte Delikte. 2008 hatte sie in letzterem Bundesland noch um 14 Prozent zugelegt. In Bayern betrug der Rückgang rund 13 Prozent, in Rheinland-Pfalz 6.
Am geringsten schrumpfte die Zahl der Fälle in Berlin, dort ging sie lediglich um drei Prozent zurück. Mit 2808 registrierten Delikten bewegt sie sich dort aber ohnehin auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
Auch die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss sank im vergangenen Jahr um mehr als 10 Prozent. Das zeigen Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes. 2008 hatte sie noch zugenommen.
Sicherer sind Deutschlands Straßen seit der Bußgelderhöhung nicht geworden: Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Zahl der Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit erstmals seit sieben Jahren wieder gestiegen. So gab es im vergangenen Jahr 56 874 Crashs und damit 2,1 Prozent mehr als 2008.
tf/mei/ddp
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