Jedes fünfte Grundschulkind wird mit dem elterlichen Auto in die Schule gebracht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg. Bundesweit wurden 1000 Eltern befragt, in deren Haushalt ein Kind zwischen 6 und 18 Jahren lebt.
Fachleute beobachten den Einsatz des Mama- oder Papa-Taxis durchaus mit Skepsis. Immerhin, gibt Volker Dede von der Sachverständigenorganisation Dekra zu bedenken, verunglücke mehr als jedes vierte Kind im elterlichen PKW. Ganz besonders wichtig sei es deshalb, dass die kleinen Passagiere in geeigneten Kindersitzen gesichert würden, selbst auf Kurzstrecken. Erst ab 1,50 Meter Körpergröße dürften Kinder den normalen Sitzgurt benutzen.
Ein weiteres Problem nennt Andreas Hölzel vom ADAC: «Es dürfen nur so viele Kinder mitgenommen werden, wie im Auto gesichert werden können.» Eine Beobachtung vor Schultoren zeigt, dass täglich gegen diese Bestimmung verstoßen wird.
«Viele Eltern halten den Schulweg heutzutage für zu gefährlich für ihre Kinder», versucht TK-Präventionsexpertin Brigitte Steinke den starken Autoeinsatz zu erklären. Außerdem schickten einige Eltern ihren Nachwuchs gar nicht mehr in die nächstgelegene Grundschule, sondern in die Schule ihrer Wahl – und die liege häufig in einem ganz anderen Stadtteil.
Immerhin: Laut Umfrage gehen rund 50 Prozent der Grundschüler noch immer zu Fuß zur Schule. Deshalb rät die TK, mit den Schulanfängern frühzeitig den sichersten – nicht den kürzesten – Schulweg einzuüben. «Die Sicherheit sollte bei der Wahl der richtigen Strecke an erster Stelle stehen», betont Steinke. Da Kinder ihr Verhalten größtenteils durch Nachahmung lernten, dürften Eltern zudem ihre Vorbildfunktion nicht vergessen. Wenn Mama oder Papa hin und wieder bei Rot über die Ampel huschten, werde der Sprössling dies möglicherweise auch tun.
Ein Fahrrad taugt nach Meinung von Fachleuten für Schulanfänger nicht für den täglichen Weg. «Das Fahrradfahren im Straßenverkehr überfordert jüngere Kinder, denn sie müssen alles gleichzeitig machen: treten, lenken, Balance halten und dabei immer den Straßenverkehr im Auge behalten und die Verkehrsregeln beachten», gibt Steinke zu bedenken. Maximilian Maurer vom ADAC empfiehlt: «Erst wenn in der Schule das Verhalten im Verkehr geübt wurde, sollte das Rad zum Einsatz kommen.»
tf/mei/ddp
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