[Verkehr 2.0] shared space Hamburg  Interesse neu Verkehrs-Konzept

Schon Ende 2012 könnte in Hamburg die erste Straße ohne Ampeln, Schilder und Bürgersteige entstehen. In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montagausgabe) sagte der Verkehrswissenschaftler Jürgen Gerlach, fünf Straßen kämen für das «Shared Space» genannte und von der EU geförderte Konzept in Frage. «Das Ziel sind aufgeräumte Straßenzüge mit bester Sicht zwischen den Verkehrsteilnehmern, vor allem zwischen Kindern und Autofahrern.» Dies werde Widerstand wie in den 1970er Jahren bei den Fußgängerzonen hervorrufen, fügte der Professor für Straßenverkehrsplanung an der Bergischen Universität Wuppertal hinzu.

Gerlach plädierte dafür, mehrere Pilotprojekte zu starten. Geeignet seien aus seiner Sicht Hauptgeschäftsstraßen, wo Fußgänger und Radfahrer längs und quer unterwegs seien.

In Deutschland ist «Shared Space» bisher nur in der Kleinstadt Bohmte im Landkreis Osnabrück umgesetzt worden. Herzstück ist dort ein im Durchmesser 30 Meter großer Kreisverkehr, in dem Autofahrer, Radler und Fußgänger ohne sonst übliche Reglementierungen aufeinander achten. Gerlachs Bilanz ist positiv: «80 bis 90 Prozent der Nutzer in Bohmte verhalten sich freiwillig vorsichtig.» Vor der Umgestaltung im Jahr 2008 lag im Ortszentrum eine unfallträchtige Ampelkreuzung. Seither kam es nach Angaben der Polizei zu keinem einzigen Personenschaden.

tf/mei/ddp / Foto: «Shared Space» in der Kleinstadt Bohmte im Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Milchlieferrant/cc

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