Innerhalb der Fahrzeugpalette der Toyota-Edeltochter Lexus soll der IS 250C die Fahne der Cabrios hochhalten. Das tut er auf ansehnliche Weise – zumindest auf den ersten Blick. Auf jeden Fall aber können sich die Besitzer des Viersitzers besonderer Exklusivität erfreuen. Ziemlich konstant verharrt die jährliche Lexus-Zulassungsmarke bei rund 2000 Fahrzeugen.
Optisch kommt das Stahldach-Cabrio unaufgeregt, aber proper gestaltet daher. Die Karosserie präsentiert sich sauber verarbeitet. Doch so ganz makellos ist der IS nicht. Beispielsweise machten bei geöffnetem Dach die versenkten Seitenscheiben durch Klappern auf sich aufmerksam, wenn der Straßenzustand zu wünschen übrig ließ. Aber auch Querfugen werden in solchen Situationen den Insassen deutlicher mitgeteilt, als man es mag.
Die Auswahl von Motor und Getriebe macht Lexus den IS 250C-Interessenten leicht. Es gibt keine. Unter der Haube verrichtet ein V6-Benzindirekteinspritzer (208 PS) seinen Dienst und schickt die Leistung an eine Sechsstufen-Automatik. Dabei agiert der Motor sehr laufruhig. Das Getriebe und die Lenkung unterstützen den Cruiser-Charakter und bei geschlossenem Dach ist der Geräuschpegel im Innenraum selbst bei Autobahntempo angenehm gering. Windgeräusche dringen nur dezent bis zu den Insassen vor.
Wird indessen etwa fürs Überholen der volle Leistungseinsatz verlangt, sinkt der Komfort deutlich, reagiert die Automatik hektisch und unter der Motorhaube wird es lauter. Drehzahlen sind gefragt, denn das maximale Drehmoment (252 Nm) liegt erst bei 4800 Umdrehungen der Kurbelwelle an und das treibt auch den Spritkonsum unnötig nach oben.
Sportliche Ambitionen sollte man also vergessen, wenngleich das Fahrwerk durchaus größeren Herausforderungen gewachsen ist. Doch bevor man sich im Grenzbereich bewegt, zügeln die elektronischen Sicherheitsassistenten sicher die Fahrt. Wer gemütliches Dahingleiten liebt, sollte sich den Lexus ansehen. Allerdings offenbart genaueres Hinsehen auch manches, was man nicht bei der Firma, die nach eigenem Anspruch Qualitätsprimus sein möchte, erwartet hätte. Da kann man mit der anachronistischen Feststellbremse (Pedal im linken Fußraum) beginnen und sieht weiter über unsauber eingepasste Lüftungsgitter auf dem Armaturenbrett und teils billig wirkende Plastikteile in den Seitenverkleidungen sowie an der Mittelkonsole.
Über den zwiespältigen Eindruck können weder der massive Einsatz aktiver und passiver Sicherheitselemente oder technische Nettigkeiten wie der hintere Infrarotsensor hinwegtäuschen. Der leistet nicht nur beim Einparken schier unverzichtbaren Nutzen, sondern hilft auch, Kollisionen mit dem Hintermann zu vermeiden. Denn während des Schließ- oder Öffnungsvorgangs ragt die Kante des Kofferraumdeckels 250 mm über den Stoßfänger hinaus.
Im Innenraum herrscht Sachlichkeit vor. Die Bedienung bedarf nicht des Studiums der rund 700-seitigen Gebrauchsanweisung, indes einiger Gewöhnung. So ist es beispielsweise erforderlich, bei der manuellen Einstellung des Heizgebläses den Weg über den Navigationsbildschirm und über den Touchscreen die Gebläsestufen zu wählen. Vorne findet man gute Platzverhältnisse vor und kann dank bequemer Sitze selbst längere Strecken entspannt bewältigen. Allerdings könnte der Seitenhalt besser sein. Bei den hinteren Sitzmöglichkeiten ernsthaft von Platz zu sprechen, verbietet sich. Allenfalls kleineren Kindern sind dort Kurzstrecken zumutbar.
Das zweitürige Mittelklasse-Cabrio von Lexus bietet bereits eine gute Grundausstattung samt Fahrlicht- und Regensensor und gegen entsprechende Aufpreise mancherlei mehr. Ob das Geschwindigkeitsregelsystem ACC (Adaptive Cruise Control) auf die Bestellliste gehört, sollte man überlegen: Grundsätzlich verzögert das ACC die Fahrt automatisch, um den vorgewählten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug per Tempomat zu halten und beschleunigt wieder bis zur vorgewählten Geschwindigkeit, wenn die Fahrbahn frei ist. Doch das System funktioniert nicht besonders harmonisch und zudem nur bei Geschwindigkeiten oberhalb von 30 km/h. Auch da ist die Konkurrenz schon weiter. Und so drängt sich nach und nach der Eindruck auf, eine solide Modellpflege würde dem Cabrio gut zu Gesicht stehen.
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