[Feature] Der neue Dacia Duster: Allrounder mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Feature Dacia DusterDas Kriterium Preis-Leistungs-Verhältnis ist wohl den meisten Verbrauchern bekannt. Autokäufer müssen sich nun an ein neues Unterscheidungsmerkmal gewöhnen: Dacias Marketing-Manager versprechen, das jüngste Modell der Renault-Tochter besitze das «beste Preis-Raum-Verhältnis». Der Superlativ an verbautem Blech hört auf den Namen Duster (sprich: Daster) und ist das erste Sport Utility Vehicle (SUV) des Unternehmens. Sein besonderes Kennzeichen ist allerdings Dacia-üblich: der günstige Preis.

Mit 11 900 Euro ist der Einstiegspreis in der Tat bemerkenswert. Das Spitzenmodell kostet 18 200 Euro – und um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist der Duster in der Motorisierung dCi 110 FAP nun optional mit ESP samt Untersteuerkontrolle und Antriebsschlupfregelung (ASR) erhältlich. Wer mag, kann die Garantieleistungen bis auf 72 Monate oder 120 000 Kilometer ausdehnen. Das kostet dann zusätzliche 700 Euro. Grundsätzlich gibt Dacia drei Jahre Garantie.

Optisch hat der Duster äußerlich zu fernöstlichen Konkurrenten wie Kia oder Hyundai aufgeschlossen und kommt mit einigem Zierrat Richtung rustikal aufgemotzt recht proper daher. Auch im Innenraum werden die raschen Lernschritte der rumänischen Autobauer offenbar. Waren die ersten Logans noch vergleichsweise ärmlich möbliert und unansehnlich, so hat der Kompakt-SUV (Länge: 4,31 Meter) inzwischen einen akzeptablen Standard erreicht. Sicher, unverändert dominiert im Interieur Hartplastik. Aber dank ordentlicher Verarbeitung und diverser Applikationen werden ästhetische Grundansprüche nicht mehr beleidigt. Die Instrumente sind groß und gut ablesbar, die Tasten für die elektrischen Fensterheber auf der Mittelkonsole allerdings sicherlich zu tief und ungünstig platziert. Die an Nadelfilz erinnernde Dachverkleidung verhehlt ihren mutmaßlichen Billigpreis nicht. Das flutschige Rollo der Gepäckabdeckung könnte ebenfalls hochwertiger wirken. Doch wirklich ärgerlich ist nur der Umstand, dass es so gut wie keine Ablagen im Innenraum gibt. Das dürfte auch bei diesem Kampfpreis nicht passieren.

Im Fahrbetrieb zeigt sich der Duster Richtung Komfort abgestimmt, ohne durch Kurven zu taumeln. Fahrbahnunebenheiten jeglicher Art, selbst auf Schotterpisten, werden recht gut absorbiert. Sportliche Attitüden, auch nur ansatzweise, darf der Dacia-Fahrer nicht erwarten – eher, dass vier Erwachsene samt Gepäck vergleichsweise komfortabel selbst bei widrigen Fahrbedingungen an ihr Ziel gelangen.

Dacia bietet den Duster in einer Variante mit Vorderradantrieb (4×2) sowie als Allradversion (4×4) an. Selbst in der ersten Version stehen genügend Reserven zur Verfügung, um Schotterstrecken und Geländepasssagen zu bewältigen, solange die Reifen genügend Grip besitzen. Mit Allrad – ab Sommer lieferbar – muss der Fahrer dann selbst vor übleren Wegstrecken nicht kapitulieren. Im sogenannten Auto-Modus fährt der Duster unter normalen Fahrbahnbedingungen kraftstoffsparend mit Frontantrieb. Erst wenn die Traktion nachlässt, etwa auf matschigem Untergrund, leitet die vom Allianz-Partner Nissan stammende elektromagnetische Kupplung bis zu 50 Prozent des verfügbaren Drehmoments automatisch an die Hinterachse. In schwierigem Gelände oder bei widrigen Fahrbahnverhältnissen schließlich kann der Fahrer manuell in den starren Allradmodus wechseln (Lock-Modus). Dann fährt der Duster bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h mit einer festen Kraftverteilung im Verhältnis von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei idealen Fahrbahnbedingungen lässt sich der 4×4-Betrieb darüber hinaus komplett abstellen.

Im 2WD-Modus fährt der Duster dann kraftstoffsparend nur mit angetriebenen Vorderrädern. Der Wechsel in die verschiedenen Betriebsarten erfolgt durch Drehen des Wahlschalters am Instrumententräger. Als Besonderheit verfügt der Duster 4×4 über ein neues Sechs-Gang-Schaltgetriebe mit sehr kurz übersetztem erstem Gang. Diese Auslegung erleichtert das Anfahren am Berg oder mit beladenem Fahrzeug und ist zudem bei niedrigen Geschwindigkeiten auf schlechten Wegstrecken von Vorteil.

Vier Ausstattungslinien stellt Dacia zur Wahl, und motorenseitig einen Benziner (105 PS) sowie zwei 1,5-Liter-Dieseltriebwerke (86 PS/107 PS). Im Duster 4×4 mobilisiert der Selbstzünder 110 PS. Allesamt sind erprobte Renault-Konstruktionen, die für ansprechende Fahrleistungen und zeitgemäße CO2-Emissionen sorgen sollen. So begnügt sich der Einstiegsdiesel in der Frontantriebs-Version mit 5,1 Litern pro 100 Kilometer, der dCi 110 mit 5,3 Litern, sagt Dacia. Das entspricht CO2-Emissionen von 135 und 139 Gramm pro Kilometer.

Knapp 83 000 Neuwagenkäufer entschieden sich im vergangenen Jahr in Deutschland für einen Dacia. Wie hoch die Verkaufserwartungen für die nunmehr sechste Dacia-Variante sind, darüber schweigen sich die Verantwortlichen aus. Es steht aber zu erwarten, dass Produktmanagerin Nadine Meier mit einem bereits bekannten Problem konfrontiert wird: «Wir müssen sehen, dass wir genügend Fahrzeuge bekommen.»

tf/mei/ddp
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